Hendrik Fooke: Ohne Stabilität wird es für Exporte schwer
Ein Social-Media-Post von Donald Trump kann bei Kunden sofort Investitionen stoppen, sagt Hendrik Fooke. Der Geschäftsführer des Borkener Unternehmens beschreibt im BZ-Podcast Stadtgespräch, wie viel Planungssicherheit im Exportgeschäft zählt.
Hendrik Fooke (rechts) war zu Gast beim BZ-Stadtgespräch mit Stephan Werschkull.
© Bölker
BORKEN. Seit Jahren zählt Deutschland zu den exportstärksten Nationen der Welt. Doch lässt sich das in Zeiten von Zoll-Streitigkeiten und Sorgen um die Wirtschaft aufrecht erhalten? BZ-Redakteur Stephan Werschkull hat darüber mit Hendrik Fooke, Geschäftsführer des gleichnamigen Unternehmens in fünfter Generation, gesprochen. Fooke ist seit Jahren stark im Exportgeschäft. Das komplette Gespräch gibt es als Podcast der Reihe „BZ-Stadtgespräch“ kostenfrei auf der BZ-Internetseite, Spotify und Apple Podcast.
Zwei Drittel von Fookes Aufträgen kommt aus Europa
BZ: Wie entwickelt sich der Exportbereich bei der Firma Fooke?
Hendrik Fooke: Ich würde sagen, Export ist bei uns in der DNA. Schon mein Großvater hat damals einige Produkte exportiert. Gerade unter meinem Vater, also in der vierten Generation, ist das Unternehmen international stark gewachsen, auch mit den Auslandsniederlassungen, die wir haben. Von daher sind wir stark auf den Export angewiesen. Wir müssen natürlich schauen, denn es gibt immer Märkte, die dann schwächeln, andere, die stärker werden. Wir versuchen uns daher möglichst breit aufzustellen.
„Kontinuität ist wichtiger als ein einzelnes Gesetz.“
Hendrik Fooke
BZ: Wie schnell spüren Sie, wenn Donald Trump oder auch andere Staaten einen Zoll verhängen?
Fooke: Ich würde tatsächlich sagen, dass wir es am selben Tag merken. Beispiel Donald Trump, ein Post von in den sozialen Medien kann da bei unseren Kunden so viele Fragezeichen auslösen, dass erst mal Investitionen gestoppt werden. Ich kann mich noch gut erinnern, als Trump seinen „Liberation Day“ hatte und die Zölle weltweit dann verkündet hat. Wir hatten sehr, sehr viele Projekte zu dem Zeitpunkt in den USA, die dann erst mal komplett auf Eis gelegt wurden. Als sich die EU und die USA dann auf einen Zollsatz geeinigt hatten, kam wieder Planungssicherheit und ab dem Herbst konnten wir auch wieder Aufträge aus den USA gewinnen.
BZ: Was muss passieren, damit Deutschland künftig eine Exportnation bleibt?
Fooke: Für uns ist einfach Planbarkeit und Verlässlichkeit das Wichtigste. Kontinuität ist wichtiger als ein einzelnes Gesetz. Ich denke, für viele Unternehmen in Deutschland sind natürlich wettbewerbsfähige Energiepreise sicherlich ein großes Thema. Bürokratie ist ebenso ein großes Thema. Wir selber müssen Exportgenehmigungen beim BAFA („Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle“, Anm. d. Red.) einholen. Und da haben wir viele Aufträge, bei denen wir einfach Monate auf die Genehmigung warten. Das ist natürlich dann schon kritisch.
BZ: Welche Staaten werden künftig wichtiger als Länder, in die man exportieren kann?
Fooke: Wenn ich mir jetzt dieses Jahr anschaue, haben wir ungefähr zwei Drittel unseres Auftragseingangs aus Europa, das andere Drittel aus Amerika. Für uns wird sicherlich Europa die Basis bleiben. Als Wachstumsmarkt sehen wir aber natürlich schon Amerika, einfach die extrem hohe Nachfrage aus Luftfahrtindustrie und Raumfahrtindustrie Da wird momentan noch viel investiert. Kanada ist natürlich auch ein Markt, Mexiko ist ein Markt. Wir schauen natürlich auch nach Indien, wobei Indien momentan noch sehr preissensitiv ist. Das könnte für uns aber beispielsweise ein sehr interessanter Markt gerade für die Gebrauchtmaschinen sein.