Borken

Borkener Bürgermeisterkandidaten beantworten Jugend-Fragen

Am Sonntag wird bei der Kommunalwahl auch das Bürgermeisteramt der Stadt Borken besetzt. Amtsinhaberin Mechtild Schulze Hessing von der CDU und ihr Herausforderer Martin Schulz von der SPD haben sich am Dienstagabend den Fragen von Jung- und Erstwählern gestellt, die zuvor an das Schulze-Team geschickt worden waren.Lilly Schmidt und Stephan Werschkull moderierten die Fragerunde im Gebäude des Mergelsberg-Verlags. Themen, die die Jungwähler bewegten, waren etwa die Digitalisierung, der Klimaschutz, der Nahverkehr, Radwege und der Klimaschutz in Borken.

09.09.2020

Die Fragerunde wurde live auf Instagram übertragen und ist dort weiter abrufbar.

Die Fragerunde wurde live auf Instagram übertragen und ist dort weiter abrufbar.

© Schönherr

Mechtild Schulze Hessing und Martin Schulz stehen zur Wahl

Diese Themen warfen die Jungwähler auf und das ist die Haltung von Schulze Hessing und Schulz dazu:

Ein Jugendparlament solle die Beteiligung von Jugendlichen an der Lokalpolitik sicherstellen, forderte Martin Schulz. Er wolle einen Rahmen schaffen, in dem die Jugendlichen unabhängig beraten könnten. Als ersten Ansprechpartner machte Schulz die Schülervertretungen der örtlichen Schulen aus. Nach interner Besprechung sollen die Jugendlichen dann in den Ausschüssen des Stadtrats „ein Rederecht, ein Antragsrecht und letztlich auch ein Mitbestimmungsrecht haben“, sagte der SPD-Politiker. Mechtild Schulze Hessing lobte die bestehenden Formate, wie das Jugendforum, das eine Beteiligungsmöglichkeit für junge Menschen sei. Es sei wichtig auf die Jugendlichen zuzugehen und im Austausch zu bleiben.

Beim Umweltschutz nannte Schulze Hessing das Mobilitätskonzept für das Stadtgebiet als zentrales Projekt. Fortbewegung ohne Autos sei dabei ein wichtiger Bestandteil. Außerdem verwies sie auf die 37 Maßnahmen des Klimaschutz-Konzepts, das bereits unter großer Bürgerbeteiligung entstanden sei. Martin Schulz drückte derweil seine Verwunderung aus, dass es nur einen Klimaschutzmanager in Borken gebe – „der steht förmlich alleine“, sagte er. Mittlerweile habe die Verwaltung zumindest nachgesteuert und ein Nachhaltigkeitsteam gegründet. Das sei ihm aber jetzt zu spät.

Der ÖPNV trieb viele Jungwähler um, so hatten etwa mehrere Schüler der Jodocus-Nünning-Gesamtschule Fragen dazu gestellt – etwa zum Preis der Fahrkarten. Schulze Hessing verwies auf die eingeschränkte Zuständigkeit der Stadt. Für Bürger- und Stadtbus sei man verantwortlich und habe mit einem „quasi symbolischen Preis“ für die Fahrten ein attraktives Angebot geschaffen. „Ein Ticket muss bezahlbar sein“, gab Schulz als Motto vor. Er fordert Tickets für einen symbolischen Euro, die von der Kommune subventioniert werden. Die Verbindung von Borken nach Münster müsse am Wochenende abends verbessert werden. Sein Lösungsvorschlag: Ein Nachtbus, der an einem Samstagabend zwei Mal zwischen den Städten pendeln könnte.

Die Sicherheit der Radwege hatte die Schulze-Mitarbeiterin Lucy Weiler kürzlich bemängelt. Insbesondere in Kreisverkehren fühle sie sich mitunter unwohl. Martin Schulz warf den Blick in die Niederlande und schlug ein Knotenpunktsystem vor. Man wolle fahrradfreundlicher werden und müsse jetzt Geld in die Hand nehmen, um die Vorraussetzungen zu schaffen. Schulze Hessing verwies auf den Umbau der Langen Stiege zur Fahrradstraße. Außerdem prüfe man gemeinsam mit der Kreisverwaltung einen Umbau zweier Kreisverkehre am Butenwall.

Auf Instagram kam mehrmals die Frage auf, wie es mit dem Bikepark weitergeht. Laut Bürgermeisterin Schulze Hessing sei man auf der Suche nach einer Fläche dafür. „Da kommt was“, versprach sie. Schulz lobte das Engagement der Jugendlichen, die bereits ein Modell gebastelt hatten. Ein Bikepark sei eine Möglichkeit aktiv zu sein, ohne Mitglied eines Vereins werden zu müssen.

Ebenfalls auf Instagram hatte ein Nutzer nach einer Erweiterung des Outdoor-Sport-Bereichs gefragt. Martin Schulz sagte, dass es sich hier um ein Thema handelt, um das sich ein Jugendparlament kümmern könnte. Er sei für eine Vergrößerung des Bewegungsparks im Stadtpark. Der Stadtpark gehe ohnehin einher mit dem Sportpark, erklärte Schulze Hessing, warum sie dafür sei, das Thema aufzunehmen. Es sei gut umsetzbar.

Strandgut, Schlagersause, Farbenwald-Festival: Diese Veranstaltungen solle Borken an sich binden, um die Attraktivität der Stadt zu sichern, schlug Schulze-Mitarbeiterin Hannah Hüning vor. Schulze Hessing erklärte, man versuche das bereits seit einigen Jahren. Dieses Jahr habe Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Solche Formate sollten sich etablieren“, bewertete sie das Farbenwald-Festival. Schulz lobte, dass Borken in diesem Bereich bereits vielfältig aufgestellt sei. „Wir haben hier einen Vennehof, das hat Bocholt nicht“, nannte er einen Standortvorteil, mit dem Borken werben könne.

Der Dritte Ort als neues Konzept befürworten Schulze Hessing und Schulz gleichermaßen. Musikschule, Bücherei und weitere Angebote könnten an einem solchen Ort untergebracht werden. „Ich finde, der Ort muss zentral in die Innenstadt“, forderte Schulze Hessing. Dafür erhielt sie Unterstützung von ihrem Herausforderer Schulz, der die Investition befürwortete.

Die Digitalisierung lag wiederum Schülern der Jodocus-Nünning-Gesamtschule am Herzen. Schulze Hessing betonte, dass die digitale Ausstattung in den Schulen bereits umfangreich sei. Eine Wlan-Ausstattung der Innenstadt müsse nun aber angegangen werden. Auch das Rathaus solle digitaler arbeiten. Beide Kandidaten betonten die Bedeutung der Glasfaser-Versorgung.

Borkener Bürgermeisterkandidaten beantworten Jugend-Fragen

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