Borken

BZ-Podcast: Welche Bedeutung haben Friedhöfe als Kulturgut, Herr Mäsing?

Im BZ-Podcast „Stadtgespräch“ hat der Borkener Andreas Mäsing über Friedhöfe als Orte des Gedenkens, der Natur und der Bestattungskultur gesprochen. Der Geschäftsführer der Friedhofsgärtner Gelsenkirchen eG wirbt für einen offeneren Umgang mit dem Tod.

30.10.2026

BZ-Redakteur Peter Berger sprach mit Andreas Mäsing über Trauer und Bestattungsformen.

BZ-Redakteur Peter Berger sprach mit Andreas Mäsing über Trauer und Bestattungsformen.

© Bölker

BORKEN. Sie dienen dem stillen Gedenken, sind ähnlich wie Parkanlagen grüne Inseln im Stadtbild und insbesondere an Allerheiligen ein selbstverständliches Ziel zahlreicher Spaziergänger: Friedhöfe. Über ihre Bedeutung und ihren Wert nicht nur für die Bestattungskultur, sondern auch für eine artenreiche Natur im innerstädtischen Raum geht es im neuen BZ-Podcast „Stadtgespräch“. Studiogast ist diesmal Andreas Mäsing. Der Borkener ist Geschäftsführer der Friedhofsgärtner Gelsenkirchen eG. Diese Genossenschaft bietet in einem eigenen Dienstleistungszentrum Hilfe und Beratung zu den Themen Beerdigung und Grabpflege.

Im BZ-Podcast erzählt Mäsing im Gespräch mit BZ-Redakteur Peter Berger, wie ihn Friedhöfe schon seit seiner Kindheit prägen. Das liege vor allem daran, dass er einer Gärtnerfamilie in unmittelbarer Nähe zum Borkener Friedhof am Butenwall entstammt. Und der obendrein auf seinem Schulweg lag, fügt er schmunzelnd hinzu. Der Ablauf von Beerdigungen sei ihm daher seit Kindesbeinen vertraut. Er empfinde Ehrfurcht, aber keine Scheu, sagt Mäsing. Diese Eindrücke beeinflussten später seine Berufswahl. Seit Jahrzehnten setzt sich Mäsing leidenschaftlich dafür ein, Friedhöfe als Kulturerbe zu erhalten.

„Ein Friedhof ist selbstverständlich auch ein Ort für die Lebenden.“


Andreas Mäsing

„Ein Friedhof ist selbstverständlich auch ein Ort für die Lebenden“, sagt Mäsing. Bestattungsformen wandeln sich, und deswegen komm es mehr denn je darauf, die Bedürfnisse und Wünsche, die Verstorbene vor ihrem Tod geäußert haben, sowie ihrer Hinterbliebenen ernstzunehmen. Gepflegt würde ja nicht nur das konkrete Grab, sondern vor allem die Erinnerung. Dieser könne man auf vielfältige Art gerecht werden. Pflegeleicht bedeute nicht lieblos, unterstreicht Mäsing. Er plädiert dafür, mit dem Tabu-Thema Tod offener umzugehen, und berichtet davon, wie er sich früher mit seinen eigenen Kindern darüber unterhalten. An seinem Arbeitsort Gelsenkirchen haben Mäsing und Kollegen regelmäßig junge Besucher zu Gast. Mit einer örtlichen Kita wird sogar in einem jährlichen Workshop ein Friedhof als Modell aus Spielmaterialien gestaltet.

Die Folgen der BZ-Podcasts „Mensch Münsterland“ und „Stadtgespräch“ sind alle kostenfrei abrufbar. Das geht sowohl auf der Webseite der Borkener Zeitung als auch bei Spotify und Apple Podcasts.