Borken

Bundespolitiker Martin Schulz trifft Bürgermeisterkandidat Martin Schulz

Ein Name, zwei Männer: Martin Schulz hat am Sonntag Martin Schulz getroffen. Der eine möchte Bürgermeister von Borken werden, der andere ist Bundestagsabgeordneter. Wie war der Besuch und warum ist Europa so wichtig? Die BZ hat mit beiden gesprochen.

06.09.2020

Ex-Kanzlerkandidat Martin Schulz (links) besuchte am Sonntag den gleichnamigen SPD-Bürgermeisterkandidaten.

Ex-Kanzlerkandidat Martin Schulz (links) besuchte am Sonntag den gleichnamigen SPD-Bürgermeisterkandidaten.

© Sven Kauffelt

Veranstaltung der Borkener SPD

BORKEN. Würselen ist etwa so groß wie Borken, liegt auch nah an der niederländischen Grenze, hatte aber schon mal einen SPD-Bürgermeister. Martin Schulz nämlich, der später als EU-Parlamentspräsident und als Kanzlerkandidat bekannt wurde. Weil Martin Schulz, der andere, gerne in Borken Bürgermeister werden will, hat die hiesige SPD früh versucht, Martin Schulz, den Bundestagsabgeordneten, zu einem Besuch zu überreden. Das hat auch geklappt, gestern hat Martin Schulz Martin Schulz im Garten des Haus Fliederbusch getroffen.

Mit Leib und Seele Europäer

Martin Schulz, der Rheinländer, ist mit Leib und Seele Europäer, das lebt er wie eh und je, auch wenn er seit seiner krachenden Niederlage in der Bundestagswahl 2017 „nur noch“ einfacher Abgeordneter seiner Partei in Berlin ist. Seinen Humor und seine Haltung hat der 64-Jährige dabei nicht eingebüßt. „Der Name“, sagte er in Richtung des Bürgermeisterkandidaten, „bürgt doch für Qualität.“

Vor Kommunalpolitikern habe er größten Respekt, erklärte Schulz: „Die Kommunalpolitiker sind die eigentlichen Helden der Politik.“ Sie bekämen es schließlich an der Theke ab, wenn „der Scholz irgendwas Falsches sagt“. Oder der Schulz.

Eine weitere Gemeinsamkeit zwischen Würselen und Borken ist, dass auch Würselen mal eine Geburtsstation hatte, die wegen der Kosten geschlossen wurde – was in Borken ja auch bevorsteht. Schulz, der Bürgermeisterkandidat, sagte, er werde dagegen kämpfen. Schulz, der Bundestagsabgeordnete, ist da völlig auf einer Linie und fragte rhetorisch: „In was für einer Welt leben wir eigentlich, wo die Kostenkalkulation schon bei der Geburt anfängt?“

Viel lokale Schützenhilfe kann der eine Schulz dem anderen nicht mitgeben, das ist aber bei Besuchen prominenter Politiker immer so. Er wünschte aber selbstredend Glück, seinem Namensvetter ebenso wie Landratskandidatin Nadine Heselhaus: „Es wird Zeit für ein paar rote Farbkleckse in dieser Region.“

 Bundespolitiker Martin Schulz trifft Bürgermeisterkandidat Martin Schulz

© Sven Kauffelt