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Zugbegleiter in Würzburg mit Bierflasche attackiert

Seit dem tödlichen Angriff bei einer Ticketkontrolle im Februar steht die Sicherheit von Zugbegleitern verstärkt im Fokus. Auch in Würzburg wurde nun ein randalierender Fahrgast zum gefährlichen Fall.

02.04.2026

Nach dem Angriff klagte der Zugbegleiter der Polizei zufolge über Schmerzen, stand unter Schock und musste seinen Dienst vorzeitig beenden. (Symbolbild)Uwe Anspach/dpa

Nach dem Angriff klagte der Zugbegleiter der Polizei zufolge über Schmerzen, stand unter Schock und musste seinen Dienst vorzeitig beenden. (Symbolbild)Uwe Anspach/dpa

© Uwe Anspach/dpa

Ein Zugbegleiter ist am Würzburger Hauptbahnhof von einem Fahrgast mit einer Bierflasche angegriffen und verletzt worden. Der mutmaßliche Täter wurde festgenommen und sitzt nun in Untersuchungshaft, wie die Bundespolizei mitteilte.

Der alkoholisierte 33-Jährige war demnach ohne Fahrschein unterwegs. Deshalb sei ihm am Würzburger Hauptbahnhof die Weiterfahrt untersagt worden. Der Mann habe darauf aggressiv reagiert, den Zugbegleiter beleidigt, mit einer Bierflasche bedroht und nach hinten geschubst, so dass der Bahnmitarbeiter gegen einen Mülleimer stieß. 

Der 33-Jährige verließ dann zunächst den Zug. Nach wenigen Metern soll er sich aber umgedreht und eine Bierflasche nach dem Zugbegleiter geworfen haben, die diesen am Arm traf und dann auf dem Boden zerbrach. Sicherheitsmitarbeiter der Deutschen Bahn griffen ein, brachten den Mann zu Boden und alarmierten die Bundespolizei. 

Zugbegleiter leicht verletzt und unter Schock

Der Zugbegleiter klagte der Polizei zufolge über Schmerzen, stand unter Schock und musste seinen Dienst vorzeitig beenden. Gegen den Fahrgast wird wegen gefährlichen Körperverletzung, Beleidigung und Erschleichen von Leistungen ermittelt. 

Der tödliche Angriff auf einen Zugbegleiter im Rahmen einer Ticketkontrolle hatte Anfang Februar bundesweit Entsetzen ausgelöst. Der 36-jährige Zugbegleiter wollte damals in einem Regionalzug bei Kaiserslautern einen Fahrgast des Zuges verweisen, der mutmaßlich kein Ticket hatte. Daraufhin soll der Mann den Zugbegleiter angegriffen und so schwer verletzt haben, dass er später im Krankhaus starb. Seither wird verstärkt über die Sicherheit von Bahn-Beschäftigten mit Kundenkontakt diskutiert. 

In dem Würzburger Fall soll der mutmaßliche Angreifer ohne Ticket in der ersten Klasse eines ICE von Frankfurt in Richtung Würzburg gefahren sein – schon zum zweiten Mal an diesem Tag war er den Angaben zufolge ohne Fahrkarte unterwegs. Ein Atemalkoholtest nach seiner Festnahme habe einen Wert von rund 2,4 Promille ergeben.