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Zu Freibadsaison: Sachsen-Anhalt fehlen Rettungsschwimmer

Viele Freibäder in Sachsen-Anhalt suchen für die beginnende Saison noch nach Helfern. Die sind nicht leicht zu finden. Was heißt das für die Besucher?

08.04.2026

Es mangelt in Sachsen-Anhalt an Rettungsschwimmern - das könnte Folgen für die Besucher haben. (Symbolbild)Moritz Frankenberg/dpa

Es mangelt in Sachsen-Anhalt an Rettungsschwimmern - das könnte Folgen für die Besucher haben. (Symbolbild)Moritz Frankenberg/dpa

© Moritz Frankenberg/dpa

In Sachsen-Anhalt fehlen vielerorts Rettungsschwimmer für die anstehende Freibadsaison. Vor allem mangele es an ausgebildeten Bademeistern, die hauptberuflich in den Schwimmbädern arbeiten könnten, sagte ein Sprecher der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Sachsen-Anhalt der Deutschen Presse-Agentur. Als Folge hätten manche Schwimmbäder kürzer geöffnet, besonders im ländlichen Raum, hieß es. 

Etwa in Halle und Magdeburg werden aktuell Rettungsschwimmer gesucht. Ob deshalb Bäder in diesem Sommer früher schließen müssten, können die Stadtverwaltung Magdeburg und die Bäder Halle GmbH bisher nicht sagen. Das Nordbad in Halle soll aber wie geplant öffnen.

Bereit für den Sommer ist das Erlebnisbad Roßlau in Dessau-Roßlau: Schon jetzt gibt es nach Angaben der Stadt ausreichend Rettungsschwimmer. Für die kommende Saison wurde ein neuer Mitarbeiter eingestellt, wie die Stadtverwaltung mitteilte. 

Gekürzte Öffnungszeiten? 

Der Mangel an Fachkräften betrifft hingegen die beiden Freibäder der Kleinstadt Möckern im Jerichower Land. Wie die Stadtverwaltung auf Anfrage mitteilte, werden aktuell neue Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gesucht. Lediglich drei Rettungsschwimmer arbeiten bereits für die Stadt – acht wären optimal, hieß es. Sollten sich nicht genug neue Rettungsschwimmer finden, helfe in diesem Sommer die Wasserwacht aus. Eventuell müssten dennoch Öffnungszeiten verkürzt werden, so die Stadtverwaltung. 

Dass zahlreiche Stellen unbesetzt bleiben, hat laut der DLRG unter anderem mit den Arbeitszeiten und der Bezahlung zu tun. Arbeiten, wenn andere Urlaub machen, sei für viele nicht ansprechend, erklärte Holger Friedrich vom DLRG-Landesverband Sachsen-Anhalt. „Man muss natürlich auch diesen Beruf Schwimmmeister auch wieder attraktiv gestalten, auf der einen Seite, was die Arbeitsbedingungen betrifft und auch, was die Entlohnung betrifft.“ Friedrich sieht da auch die Badbetreiber in der Pflicht. Diese müssten dafür Sorge tragen, dass der Berufszweig interessant bleibe. 

Knapp 3.000 ehrenamtliche Rettungsschwimmer sind Mitglied beim DLRG-Landesverband Sachsen-Anhalt. Pro Jahr bildet der Verband ungefähr 600 neue Retter aus, hieß es. Das Interesse an der Ausbildung sei groß. Allein mit Ehrenamtlichen lasse sich aber kein Schwimmbad betreiben – dafür brauche es professionelle Bademeister, so Geschäftsführer Friedrich. Für Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg werden diese an der Berufsbildenden Schule Wittenberg ausgebildet.

Viele Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt

Den Mangel an gelernten Bademeistern verdeutlichen Zahlen des Landesschulamtes in Sachsen-Anhalt. Etwas weniger als die Hälfte der Ausbildungsplätze für Bademeister an der Berufsschule bleibt demnach unbesetzt. Im aktuellen Schuljahr betrifft das insgesamt 85 von 180 Plätzen in allen drei Ausbildungsjahren. 2022 schlossen 22 Bademeister die Lehre in Wittenberg ab. Zwölf Auszubildende fielen in den Abschlussprüfungen durch oder brachen ab, wie es hieß.

Friedrich vom DLRG-Landesverband sorgt sich um die Zukunft des Berufs. Gründe dafür sieht er in dem Mangel an Fachkräften und in der Schließung von Bädern. Aus seiner Sicht liegt das unter anderem an den Kommunen: Diese könnten selbst entscheiden, ob sie ein Schwimmbad betreiben wollen. Wenn Geld für Personal oder eine Renovierung fehle, führe das dann teilweise zur Schließung der Bäder, so Friedrich. Besonders auf dem Land hätten Leute kaum noch die Möglichkeit, ein Schwimmbad in ihrer Nähe zu besuchen.