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Zingler kritisiert Scheinheiligkeit bei Gleichberechtigung

Frauenfußball bleibt laut Dirk Zingler noch zu oft im Schatten der Männer. Der Präsident von Union Berlin beklagt mangelnde echte Gleichberechtigung und fordert mehr Konsequenz statt Symbolpolitik.

02.06.2026

Union-Präsident Dirk Zingler gilt als Förderer des Frauenfußballs. (Archivbild)Soeren Stache/dpa

Union-Präsident Dirk Zingler gilt als Förderer des Frauenfußballs. (Archivbild)Soeren Stache/dpa

© Soeren Stache/dpa

Mit deutlicher Kritik an der Unterstützung des Frauenfußballs hat Union-Berlins-Präsident Dirk Zingler mehr Konsequenz bei Gleichberechtigung und Diversität gefordert. 

„Ich beschwere mich dabei über Scheinheiligkeit. Alle sprechen von Diversität und von Gleichberechtigung. Aber sie wird zu oft nicht wirklich gelebt. Es werden Armbinden mit Regenbogenfarben getragen, das Brandenburger Tor angestrahlt. Wenn das Licht wieder ausgeht, machen zu viele weiter wie bisher“, kritisierte der Vereinsboss in der „Bild“.

Union baut gemeinsames Trainingszentrum

Für viele sind die Bundesliga-Fußballerinnen aus Köpenick so etwas wie ein Leuchtturmprojekt. Vor wenigen Jahren begann die Professionalisierung der Unioner Frauenabteilung. Die Spielerinnen erhielten einen Profivertrag und ein „entsprechendes Gehalt“, wie es Zingler damals formulierte. Die Heimspiele werden im Stadion An der Alten Försterei ausgetragen. Aktuell entsteht ein gemeinsames Trainingszentrum für Frauen und Männer. 

„Ich freue mich jetzt schon zu sehen, wie unser Trainer Mauro Lustrinelli und unsere Trainerin Marie-Louise Eta mittags an einem Tisch zusammen essen und über Fußball diskutieren“, sagte Zingler. Frauenfußball sei für ihn „kein eigenes Ökosystem“.

Zinglers Vorwurf an die Branche

Umso kritischer blickt der 61-Jährige auf den Umgang anderer Akteure mit dem Frauenfußball. „Vielerorts wird nichts von dem gemacht, was wir bei der Herstellung der Attraktivität des Männerfußballs gelernt haben. Deshalb sage ich, wir halten ihn klein. Bei den Jungs probieren das alle, weil sie vielleicht mal Millionär werden können. Aber welche Eltern bringen ihre Tochter zum Fußball, wenn man vielerorts nicht mal ein normales Gehalt bekommt?“, fragte Zingler.

Es gebe Fußball-Fachzeitschriften, bei denen werde von 96 Seiten nur auf einer einzigen über den Fußball der Frauen berichtet. „Das können ja alle so machen, aber dann sollen sie mit ihrem Gerede über Gleichberechtigung aufhören“, forderte der Vereinsboss.