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Zentrale Gedenkfeier zum Jahrestag der KZ-Befreiung geplant

In der „Station Z“ erinnert Brandenburg an das Grauen von Sachsenhausen und die Befreiung des Konzentrationslagers. Einen Preis gibt es für Demokratie und Toleranz.

12.04.2026

81 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Sachsenhausen gibt es mehrere Gedenkveranstaltungen. (Archivbild)Soeren Stache/dpa

81 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Sachsenhausen gibt es mehrere Gedenkveranstaltungen. (Archivbild)Soeren Stache/dpa

© Soeren Stache/dpa

81 Jahre nach der Befreiung der Konzentrationslager im Jahr 1945 gedenkt Brandenburg in der kommenden Woche der Opfer der Nationalsozialisten. Für den Sonntag ist eine zentrale Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Befreiung der Häftlinge des KZ Sachsenhausen geplant, wie es von der Landtagsverwaltung heißt. 

Ort des Gedenkens ist die „Station Z“ - ein Gebäude, das Krematorium und Vernichtungsort zugleich war. „“Z“, der letzte Buchstabe des Alphabets, stand in zynischer Weise für die letzte Station im Leben eines Häftlings“, schreibt die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten. Hier befanden sich demnach vier Krematoriumsöfen, eine Gaskammer und ein Erschießungsbereich.

Preis für Demokratie und Toleranz wird verliehen

Am selben Tag soll auch der Franz-Bobzien-Preis in der Oranienburger Orangerie verliehen werden, wie die Stadt Oranienburg mitteilt. Gemeinsam haben die Stadt und die Gedenkstätte Sachsenhausen den Preis zum neunten Mal ausgeschrieben, um Projekte in Brandenburg und Berlin auszuzeichnen, die sich für Demokratie und Toleranz starkmachen und die Aufarbeitung des Nationalsozialismus im Blick haben.

Den Angaben zufolge sichtete eine zwölfköpfige Jury 63 Bewerbungsmappen mit unterschiedlichen Aktivitäten wie Diskussionsveranstaltungen, Performances, Podcasts und Filmen, außerdem Plastisches wie Gedenkmauern und Gedenksteine sowie Lesungen, Fahrten, Konzerte und Ausstellungen. Vier Projekte sollen letztlich eine Auszeichnung bekommen, drei davon stammen aus Brandenburg, eines aus Berlin.

Zehntausende Tote - mehr als 30.000 Menschen auf Todesmarsch

Im Konzentrationslager Sachsenhausen und den rund 100 Außenlagern waren zwischen den Jahren 1936 und 1945 mehr als 200.000 Menschen inhaftiert. Mindestens 55.000 starben laut Stiftung an unmenschlichen Haftbedingungen oder wurden zu Mordopfern der SS. 

Am 22. und 23. April 1945 erreichten sowjetische und polnische Soldaten das KZ, das vorher von den Nationalsozialisten geräumt worden war. Sie fanden im Lager noch rund 3.000 kranke Häftlinge. Mehr als 30.000 Häftlinge waren auf einem Todesmarsch in der Gewalt der SS.

Details zum Programm und weitere Vorhaben zur Erinnerung an den Holocaust in diesem Jahr wollen Brandenburgs Kultur- und Wissenschaftsministerin Manja Schüle (SPD) und Axel Drecoll, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, am Montag vorstellen.