Den Sternen so nah: Das ist neu im Zeiss-Planetarium
Vor 100 Jahren konnten Besucher zum ersten Mal in Jena den Sternenhimmel im Planetarium bestaunen. Nachdem das Haus für mehrere Monate geschlossen war, gibt es eine Menge Neuerungen.
Nach mehreren Monaten öffnet das Planetarium in Jena wieder.Martin Schutt/dpa
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Nach mehreren Monaten Modernisierungsarbeiten können Besucherinnen und Besucher im Zeiss-Planetarium in Jena wieder ins Weltall fliegen und den Sternen ganz nahe kommen. Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums wurde einiges grundlegend erneuert. Was ist neu?
Nach der letzten, kleineren Renovierung im Jahr 2017 war das Sternentheater seit Anfang 2026 für ein halbes Jahr komplett geschlossen. Das Planetarium wurde „vom Fußboden bis in den Himmel komplett berührt“, wie der Leiter des Planetariums, Stefan Harnisch, sagte. Demnach wurden Heizung, Klimaanlage wie auch die Belüftung rundum erneuert. Auch das anliegende Restaurant sei renoviert worden. Im Fokus stand jedoch vor allem die Modernisierung der Projektionsfläche, des Soundsystems sowie der Projektionstechnik.
Neue Projektionsfläche
Die alte Projektionsfläche wurde vollständig bis zur Außenhülle der Kuppel heruntergenommen, wie Harnisch erzählte. Dabei hätten sie eine kleine geschichtliche Reise ins Jahr 1926 gemacht - sogar das geodätische Stabnetzwerk innerhalb der Kuppel sei sichtbar geworden. Darauf wurde demnach eine neue Projektionsfläche gesetzt, bei der nun nicht mehr die einzelnen Paneele aus Aluminium sichtbar seien. Dadurch sollen die Bildübergänge verbessert werden. Insgesamt seien neun Tonnen neue Fläche sowie vier Tonnen Dämmung verbaut worden.
Das Planetarium wurde nach Angaben des Leiters, Stefan Harnisch, grundlegend modernisiert. Martin Schutt/dpa
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Neue Tontechnik
Hinter der Projektionsfläche wurde zudem ein neues Audiosystem installiert. Die Technologie des Unternehmens Holoplot wurde den Angaben nach etwa in der kugelförmigen Mehrzweckhalle Sphere in Las Vegas genutzt. Weit über 1.000 Lautsprecher wurden im Planetarium in Jena verbaut, wie Harnisch erklärte. Dadurch könne der Sound gezielt zu den Gästen geleitet werden - das ermögliche künftig, „neue Wege zu gehen“. Als Beispiel nannte der Leiter des Planetariums, dass das Programm je nach Sitzblock für Reisegruppen in unterschiedlichen Sprachen abgespielt werden könnte.
Projektionstechnik
Auch die Projektionstechnik innerhalb der Kuppel wurde erneuert. Insgesamt seien elf Projektoren mit einer sehr hohen Auflösung von je 4K verbaut worden. Zusammen ließen sie ein Kuppelprojektionsbild von 8K entstehen, erklärte Harnisch. Die Technik von Zeiss komme in dieser Form erstmals in einem Planetarium zum Einsatz, wie das Haus mitteilte.
Der Sternenprojektor in der Mitte des Raums ist der gleiche geblieben. Durch die Neuerungen soll ein immersives Erlebnis entstehen, so Harnisch. Ziel sei es, den Gästen die Illusion zu vermitteln, auf einer Reise im Weltraum zu sein.
Eröffnung vor 100 Jahren
Am 18. Juli 1926 eröffnete das Sternentheater.Martin Schutt/dpa
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Seit seiner Eröffnung am 18. Juli 1926 hat das Planetarium in Jena viele Millionen Besucher angezogen. Den Angaben nach ist es das dienstälteste Großraumplanetarium der Welt. Die Firma Zeiss hatte im Auftrag des Deutschen Museums 1923 die Technik entwickelt und am Unternehmenssitz in Jena gebaut. Der Gründungsort von Zeiss gilt als Keimzelle der optischen Industrie in Deutschland.
Feierlichkeiten rund um das Jubiläum
Ab Mittwoch können Interessierte das Sternentheater wieder besuchen. Die Wiedereröffnung startet den Angaben nach mit dem dreitägige Fulldome Festival. Das Festival für immersive Kuppelprojektionen findet in diesem Jahr zum 20. Mal statt. Auf dem Programm stehen unter anderem internationale 360-Grad-Filme, mehrere Abendveranstaltungen sowie musikalische Events. So soll etwa DJ Oliver Koletzki auftreten.
Am Samstag (18. Juli) findet 100 Jahre nach der Eröffnung eine Feier für geladene Gäste statt. Ab Sonntag beginnt dann der reguläre Spielbetrieb. Das Programm für das zweite Halbjahr sei bereits veröffentlicht. Außerdem erscheine ein Sonderbaukasten der Thüringer Ankerbausteine, mit dem das Gebäude des traditionsreichen Planetariums mit Bauklötzen nachgebaut werden kann.