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Zehdenick nach Bürgermeister-Abwahl vor neuer Wahl im Mai

Der bisherige Bürgermeister von Zehdenick meldet sich kurze Zeit nach seinem Start krank. Eine Mehrheit hat ihn nun abgewählt. Wie geht es in der Kleinstadt weiter?

26.01.2026

In Zehdenick ist eine erneute Wahl des Bürgermeisters nötig (Archivbild).Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

In Zehdenick ist eine erneute Wahl des Bürgermeisters nötig (Archivbild).Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

© Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Nach der klaren Abwahl des Bürgermeisters von Zehdenick, Alexander Kretzschmar, wird in der Stadt nördlich von Berlin ein neues Stadtoberhaupt gesucht. „Es gibt eine Bürgermeister-Neuwahl“, sagte Wahlleiter André Ullmann. „Der erste Wahltermin wird irgendwann im Mai sein.“ Zunächst müsse aber der Wahlausschuss über die Gültigkeit der Abwahl vom Sonntag entscheiden. Eine übergroße Mehrheit von rund 97 Prozent hatte für eine Abwahl von Kretzschmar gestimmt, knapp 3 Prozent dagegen.

Gewählter Bürgermeister meldete sich krank

Der parteilose Einzelkandidat hatte im März die Stichwahl in der 14.000-Einwohner-Stadt im Landkreis Oberhavel gegen AfD-Kandidat René Stadtkewitz gewonnen. Kretzschmar kam auf 63 Prozent, Stadtkewitz auf 37 Prozent. Elf Tage nach seiner Amtseinführung meldete sich der neue Bürgermeister aber nach Angaben der Stadt krank - und das blieb so. Die Amtsgeschäfte führt der stellvertretende Bürgermeister Marco Kalmutzke.

Die Stadtverordneten beschlossen im November einen Bürgerentscheid über die Abwahl. Kretzschmar ließ eine Frist verstreichen. Der „Märkischen Allgemeinen“ sagte er im Dezember, er habe alles dafür getan, um wieder gesund zu werden und schnellstmöglich die Amtsgeschäfte wieder aufzunehmen. Sollte der Bürgerentscheid als gültig bestätigt werden, hätte Kretzschmar Anspruch auf ein Ruhegehalt bis zum Ende der Wahlperiode - und das ist im Jahr 2033.

Schon der Vorgänger fiel wegen Krankheit aus  

Im Jahr 2024 war der Vorgänger von Kretzschmar, Lucas Halle (SPD), aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten. „Momentan habe ich leider nicht die nötige Kraft, um die Stadt so zu vertreten, wie es in diesen herausfordernden Zeiten erforderlich ist“, schrieb er damals bei Instagram. Mit 24 Jahren war Halle 2022 der jüngste hauptamtliche Bürgermeister in Deutschland gewesen.