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Zahl junger Straftäter nimmt ab

Im vergangenen Jahr wurden fast 10.000 Kinder bis 13 Jahren in Bayern zu Straftätern. Auch der Tatort Schule spielt eine Rolle.

17.08.2026

Die Zahl der straffällig gewordenen Kinder und Jugendlichen ist im vergangenen Jahr gesunken. (Symbolbild)Armin Weigel/dpa

Die Zahl der straffällig gewordenen Kinder und Jugendlichen ist im vergangenen Jahr gesunken. (Symbolbild)Armin Weigel/dpa

© Armin Weigel/dpa

In Bayern haben im vergangenen Jahr weniger junge Leute eine Gewalttat verübt – dennoch spielen sich auf Straßen, Bahnhöfen und auch Schulhöfen noch immer Gewaltdelikte ab, bei denen teilweise sogar Kinder zu Straftätern werden. Die Gesamtzahl junger Tatverdächtiger ist im vergangenen Jahr um 5,2 Prozent gesunken, wie aus dem Kinder- und Jugendbericht des Landeskriminalamtes (LKA) hervorgeht. 

Auch am Tatort Schule gab es weniger Delikte: Die Zahl ging im Vergleich zum Jahr 2024 um 10,5 Prozent auf 8.989 Straftaten zurück.

Fast 10.000 Kinder begehen Straftaten

Die Zahl der Kinder, die zu Straftätern geworden sind, ist ebenfalls leicht rückläufig - um 2,6 Prozent. Dennoch wurden auch 2025 fast 10.000 Kinder registriert, die Straftaten begangen haben. Ihr Anteil an Gewaltdelikten ist sogar weiter gestiegen. 

Die Zahl der Kinder im Alter von 13 Jahren und jünger, die Opfer von Straftaten wurden, nahm 2025 im Jahresvergleich um 3,1 Prozent zu. „Damit erreichen die Opferzahlen der Kinder einen neuen Höchststand und liegen erstmalig über denen der Jugendlichen“, heißt es in dem LKA-Bericht. Auch bei den Tatverdächtigen legte die Gruppe der unter 13-Jährigen zu. 

Messerstecher oft mit psychischen Problemen

Das Landeskriminalamt hat zudem eine Fallanalyse zu Straftaten mit Messern angelegt. Daraus wird deutlich, dass junge Menschen, die zum Messer greifen, um damit eine Gewalttat zu verüben, meist vorher schon eine kriminelle Karriere oder psychische Probleme haben. 

Zu den Risikofaktoren, die häufig schon vor einem Messerangriff zugrunde liegen, gehören demnach insbesondere psychische Auffälligkeiten. Bei rund einem Viertel der jungen Messerangreifer im Alter von unter 21 Jahren seien psychische Probleme bereits in den Akten hinterlegt. 55 Prozent wiesen bereits andere Konfrontationen mit dem Gesetz auf - meist ging es dabei um Körperverletzung, Raub, Nötigung oder Bedrohung. 

38 Prozent der jungen Täter - aber auch fast 30 Prozent der Opfer - sind den Angaben zufolge vor dem Messerzwischenfall mit dem Betäubungsmittelgesetz in Konflikt geraten. Überhaupt hänge jeder fünfte Messerangriff mit der Anbahnung von Drogengeschäften zusammen. Die Hälfte der Delikte spiele sich an öffentlichen Plätzen ab, 11,3 Prozent an Schulen. 

Täter und Opfer kennen sich meist

Täter und Opfer stünden fast immer in irgendeiner Beziehung zueinander und seien oft etwa gleich alt. In aller Regel werde bei den Zwischenfällen niemand verletzt. Das Messer werde lediglich zur Einschüchterung eingesetzt. Sechs Prozent der Opfer erleiden allerdings auch schwere Verletzungen, drei Prozent werden sogar lebensgefährlich verletzt.