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Woidke will Tempo bei Abbau der Unterschiede von Ost-West

Einkommen, Vermögen, Renten sind in Ostdeutschland 36 Jahre nach der Einheit niedriger als im Westen. Warum sich das schnell ändern muss und wo er 1990 zur Einheit war, sagt Regierungschef Woidke.

02.10.2026

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sieht noch deutliche Unterschiede zwischen Ost und West. (Archivbild)Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sieht noch deutliche Unterschiede zwischen Ost und West. (Archivbild)Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

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Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke dringt zum Tag der Deutschen Einheit auf einen schnelleren Abbau der Unterschiede zwischen Ost und West. „36 Jahre nach der deutschen Einheit ist noch nicht in allen Bereichen zusammengewachsen, was zusammengehört“, sagte der SPD-Politiker. „Unterschiede bei Einkommen, Vermögen, Renten, beruflichen Möglichkeiten und politischer Repräsentation bestehen fort.“

Das Ziel muss nach Ansicht des Regierungschefs sein, die Unterschiede weiter zu verringern und allen Menschen gute Lebens- und Aufstiegschancen zu ermöglichen. „Das ist eine Frage der Gerechtigkeit und eine zentrale Voraussetzung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt“, sagte Woidke.

Große Unterschiede bestehen weiter

Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser, sieht noch immer große Differenzen. Das durchschnittliche Nettovermögen pro Haushalt liegt in Ostdeutschland bei 125.500 Euro, in Westdeutschland bei 257.100 Euro, rechnete sie in der „Rheinischen Post“ vor. Beim Immobilienvermögen sind es 97.800 Euro durchschnittlich pro Haushalt in Ostdeutschland und 214.500 Euro im Durchschnitt pro Haushalt in Westdeutschland.

Gleiche Chancen müssen nach Ansicht des Ministerpräsidenten überall mit gleichen Voraussetzungen beginnen. „Wer täglich arbeitet, muss davon nicht nur seinen Lebensunterhalt bestreiten, sondern auch Rücklagen bilden und am gesellschaftlichen Leben teilhaben können – heute und im Alter“, sagte Woidke. Er warnt davor, die abschlagsfreie Frührente nach 45 Versicherungsjahren (die sogenannte Rente mit 63, die aktuell mit 64,5 Jahren möglich ist) wie von der Bundesregierung geplant abzuschaffen.

Woidke feierte die Einheit mit Kollegen in Bayern

Woidke ist Deutschlands dienstältester Ministerpräsident. Den 3. Oktober 1990 verbrachte der Brandenburger in Niederbayern. „Zu der Zeit war ich dort Leiter der wissenschaftlichen Abteilung der Sano-Mineralfutter GmbH“, sagte Woidke der Deutschen Presse-Agentur.

„Ich erinnere mich noch, dass der Tag der Deutschen Einheit ein Mittwoch war und ich donnerstags wieder arbeiten musste. Daher habe ich diesen Tag mit den Kollegen gefeiert.“ Die Feierlichkeiten seien zwar nicht so riesig wie in Berlin gewesen. „Trotzdem habe ich einen angenehmen Tag verlebt.“