Wirtschaftsstimmung in der Hauptstadtregion weiter verhalten
Unsicherheit prägt einer Umfrage zufolge die wirtschaftliche Stimmung in Berlin und Brandenburg. Ein naher Aufschwung ist nicht in Sicht. Verschärft wird die Lage durch den Krieg im Iran.
Die Stimmung bei den Wirtschaftsverbänden in Berlin und Brandenburg ist trüb. (Archivbild)Monika Skolimowska/dpa
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Die wirtschaftliche Stimmung in Berlin und Brandenburg ist einer Umfrage zufolge angespannt. Mehr als 80 Prozent von 60 befragten Wirtschaftsverbänden bewerteten die derzeitige konjunkturelle Lage als mittelmäßig oder sogar als schlecht, wie die Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB) mitteilten. Fast 40 Prozent gehen davon aus, dass sich die wirtschaftliche Situation bis zum Ende dieses Jahres weiter verschlechtert. Nur jede zehnte Branche sieht bessere Zeiten aufziehen.
Vor allem in der Industrie geben gleich mehrere Branchen an, in den nächsten zwölf Monaten Investitionen zu verringern und Beschäftigung abzubauen. Besonders schlecht sei die Stimmung in der Chemie- und Metallbranche, teilte die UVB weiter mit. „Auch im Handwerk befürchten die meisten Gewerke eine Stagnation.“
Krieg im Nahen Osten verschärft Unsicherheit
Im Dienstleistungssektor ist die Lage differenzierter. Insbesondere die Start-up-Wirtschaft blickt optimistisch auf die kommenden Monate und rechnet mit mehr Umsatz, mehr Beschäftigung und Investitionen. In der Gesundheitswirtschaft sowie bei Zeitarbeitsfirmen ist die Stimmung hingegen trüb. Dazwischen bewegt sich der Handel, der zumindest der Umfrage zufolge keine weitere Verschlechterung der Lage erwartet.
Verschärft wird die Unsicherheit bei den Branchen in Berlin und Brandenburg durch den Krieg im Nahen Osten. „Deutlich steigende Preise für Benzin, Heizöl und Gas, wie wir sie aktuell erleben, bedeuten natürlich eine Bremse für die Wirtschaft“, teilte UVB-Hauptgeschäftsführer Alexander Schirp mit.
Vornehmlich die chemische Industrie sei hier betroffen sowie die Sektoren Stahl, Baustoffe, Landwirtschaft und Lebensmittel. „Generell gilt: Je länger der Konflikt anhält und je mehr Länder er erfasst, desto gravierender sind die Folgen auch für die Wirtschaft in Europa und in der Hauptstadtregion“, betonte Schirp.