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Winzer an Saale und Unstrut besser als der Bundestrend

2024 war die Ernte für die Winzer an Saale und Unstrut wegen Frösten fast ein Totalausfall. Im vergangenen Jahr lief es besser - trotz negativem Bundestrend. Wie ist die Situation?

03.04.2026

Winzer in Thüringen und Sachsen-Anhalt froh über volle Weinkeller. (Symbolbild) Heiko Rebsch/dpa/ZB

Winzer in Thüringen und Sachsen-Anhalt froh über volle Weinkeller. (Symbolbild) Heiko Rebsch/dpa/ZB

© Heiko Rebsch/dpa/ZB

Bundesweit wurde im vergangenen Jahr weniger Wein erzeugt - die Winzer in Thüringen und Sachsen-Anhalt stemmten sich gegen diesen Trend. „Die Winzer sind froh über eine gute Ernte, weil ihre Weinkeller so gut wie leer waren“, sagte Anja Hasenöhrl vom Weinbauverband Saale-Unstrut auf Anfrage in Fryburg. 2024 war wegen Frösten nur ein Bruchteil der üblichen Ernte eingebracht worden - der Ertragsausfall habe bei etwa 95 Prozent gelegen, so die Sprecherin. 

Überdurchschnittlichen Ertrag eingefahren 

Nach ihren Angaben kamen 2025 in Thüringen 55,0 Hektoliter pro Hektar zusammen - weit über dem langjährigen Mittel von 39,9 Hektoliter. In Sachsen-Anhalt betrug der Ertrag 69,5 Hektoliter - im langjährigen Mittel waren es dagegen nur 56,2 Hektoliter. 

Insgesamt lieferten die Weinberge in den beiden Bundesländern 565.000 Hektoliter. Die Anbaufläche betrug insgesamt 856 Hektar. Etwa 20 Hektar seien in den vergangenen zwei Jahren dazu gekommen, so Hasenöhrl.  

Bundesweit produzierten die Winzer 2025 vor allem wegen kräftiger Niederschläge im September weniger. Die Weinbaubetriebe erzeugten nach Daten des Statistischen Bundesamtes 7,55 Millionen Hektoliter Wein und Most, das waren 2,6 Prozent weniger als im Vorjahr. 

Große Ernteschwankungen seit 2018 

„Eine ähnlich kleine Erntemenge von 7,5 Millionen Hektolitern hatten wir zuletzt im Jahr 2017“, sagte ein Sprecher des Deutschen Weininstituts. Die zunehmenden Wetterkapriolen stellten die Winzerinnen und Winzer in den 13 deutschen Anbaugebieten Jahr für Jahr vor große Herausforderungen.

Wegen der großen jährlichen Schwankungen sei es gut, dass die Weinkeller an Saale und Unstrut wieder gefüllt seien, sagte Hasenöhrl. „Wir haben leider oft relativ schlechte Ernten.“ Seit 2018 seien es vier in der Region gewesen. Eigentlich sei es eine Winzerregel, dass immer eine komplette Ernte als Reserve im Keller liegen sollte.

Hasenöhrl räumte ein, dass der Weinabsatz insgesamt leicht rückläufig sei. In dem kleinen Weinbaugebiet in Thüringen und Sachsen-Anhalt liefen 70 Prozent des Absatzes ab Hof vor allem der Familienweingüter oder der Nebenerwerbswinzer: „Wir sind da eine Insel.“

47 Haupterwerbswinzer in der Region 

Zum Trend zu alkoholfreien Weinen sagte Hasenöhrl, derzeit machten zwei Betriebe aus der Region mit. Noch gebe es aber keine eigenen Anlagen zum Entalkoholisieren. Das werde in anderen Regionen erledigt. „Alkoholfrei spielt eine Rolle, aber wir haben oft nicht genug Wein dafür.“

Die Nachtfröste in den vergangenen Tagen haben nach Einschätzung des Verbandes keinen negativen Einfluss auf den Weinbau gehabt. Zu dieser Jahreszeit würden die Weinstöcke leichte Minus-Temperaturen noch verkraften. Nach Angaben des Verbandes gibt es an Saale und Unstrut 47 Winzer im Haupt- und 27 im Nebenerwerb sowie eine Winzervereinigung. Außerdem würden fünf Agrarbetriebe Weinanbau betreiben.