Willingmann warnt vor Verlust kluger Köpfe in Sachsen-Anhalt
Sachsen-Anhalts Wissenschaftsminister Armin Willingmann hält ein Hilfsnetzwerk für Forschende in anderen Bundesländern für den falschen Ansatz. Was er stattdessen vom Bund erwartet.
Angesichts einer möglichen AfD-Regierung würden Wissenschaftler in Sachsen-Anhalt bereits über einen Wegzug nachdenken, sagt Wissenschaftsminister Armin Willingmann (SPD). (Archivbild)Kay Nietfeld/dpa
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Sachsen-Anhalts Wissenschaftsminister Armin Willingmann (SPD) kritisiert den Vorschlag von Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU), wissenschaftliche Fachkräfte aus Sachsen-Anhalt an Universitäten in anderen Bundesländern aufzunehmen. „Hilfreicher wäre es, den Einrichtungen hier beizustehen und hier dafür Sorge zu tragen, dass die klugen Köpfe im Lande bleiben“, sagte Willingmann dem Mitteldeutschen Rundfunk.
Angesichts einer möglichen AfD-Landesregierung in Sachsen-Anhalt hatte Bär in der Funke-Mediengruppe ein „länderübergreifendes Hilfsnetzwerk“ durch Universitäten in anderen Ländern in Aussicht gestellt, „wenn ganze Forschungsbereiche gestrichen werden sollten“.
Willingmann: Kluge Köpfe überlegen, das Land zu verlassen
Willingmann sagte, es gebe „hervorragende, kluge Köpfe“, die sich mit dem Gedanken trügen, Sachsen-Anhalt zu verlassen. „Die haben auch andere Optionen, als hier bei uns zu arbeiten.“ Ihr Verlust wäre eine schwerwiegende Belastung für das Land.
Es stelle sich die Frage, ob der Bund zur Finanzierung von Wissenschaftseinrichtungen einspringen könne, wenn eine AfD-geführte Landesregierung diese stoppen würde. Zwar sicherten geltende Zielvereinbarungen mit den Hochschulen die Finanzierung, so Willingmann. Doch das Programm der AfD deute darauf hin, „dass man hier möglicherweise auch gesetzlichen Rahmen verändern will“.
Die Wissenschaftsfreiheit sei ein hohes Gut. „Da geht es um die Grundfesten unseres Wissenschaftssystems, und die gilt es zu verteidigen, ganz unabhängig davon, wie Mehrheiten sind.“
AfD will Bachelor und Master an Hochschulen abschaffen
Die AfD fordert in ihrem Regierungsprogramm unter anderem die Abkehr vom Bologna-System mit seinen Bachelor- und Master-Abschlüssen, die Abschaffung von Gleichstellungsbeauftragten sowie die Zurückdrängung von Forschungsrichtungen wie Gender Studies und Studien zur menschengemachten Klimakrise.