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Wilke gedenkt Opfer rechter Gewalt: Kein abstraktes Problem

Vor 30 Jahren wurde in Brandenburg der Jamaikaner Noël Martin Opfer eines rechtsextremen Angriffs. Er saß danach bis zu seinem Tod im Rollstuhl. Der Innenminister findet mahnende Worte.

15.06.2026

Ein Mahnmal erinnert noch heute an die rechtsextreme Tat. (Archivbild)Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Ein Mahnmal erinnert noch heute an die rechtsextreme Tat. (Archivbild)Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

© Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

30 Jahre nach dem rassistischen Angriff auf Noël Martin hat Brandenburgs Sozialminister René Wilke auf die persönlichen Schicksale von Opfern rechtsextremer Gewalt aufmerksam gemacht. „Der Anschlag, bei dem die Gesundheit und das Leben eines Menschen von einem Moment auf den anderen zerstört wurden, hat auf erschütternde Weise verdeutlicht, wozu Rassismus letztlich führt“, sagte der SPD-Politiker laut einer Mitteilung seines Ministeriums zu Beginn einer Aktionswoche für Demokratie und Vielfalt in Blankenfelde-Mahlow.

Der gebürtige Jamaikaner und frühere Bauunternehmer Martin, der in Birmingham lebte, war im Juni 1996 in der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow (Teltow-Fläming) gemeinsam mit Arbeitskollegen von jungen Rechtsradikalen angegriffen worden. Nach einem Steinwurf auf seinen Wagen kam der damals 36-Jährige von der Straße ab und prallte gegen einen Baum. Seitdem war Martin vom Hals ab querschnittsgelähmt und saß im Rollstuhl. Die beiden Täter wurden später zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Martin starb 2020 im Alter von 60 Jahren.

„Auch heute sind Rassismus und Rechtsextremismus keine abstrakten Probleme, sondern bittere Realität“, betonte Minister Wilke. Rechtsextremismus und Intoleranz gefährdeten das Zusammenleben als Gesellschaft. Die Bemühungen der Landesregierung gegen Rechtsextremismus allein reichten nicht. „Wir sind auf die Mitwirkung aller angewiesen, denen ein friedliches, weltoffenes Brandenburg wichtig ist, in dem alle Menschen in Würde und ohne Angst leben können.“