Wildschwein spaziert durch Berliner Einkaufszentrum
„Ich glaub, mein Schwein pfeift“: Am Morgen betritt ein Wildschwein ein Shopping-Center in Berlin. Eine ungewöhnliche Herausforderung für Polizei und Tierexperten.
Ein Wildschwein hat sich in einem Kaufhaus verlaufen. -/Polizei Berlin/dpa
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Unerwarteter Besuch in einem Einkaufszentrum in Berlin: Ein Wildschwein ist dort in einem Geschäft spazieren gegangen - und konnte erst nach mehreren Stunden von der Polizei des Ladens verwiesen werden. Es war nicht der erste Einsatz von Beamten in der Hauptstadtregion in Sachen Wildschwein.
In einem Video der Polizei mit dem Titel „Ich glaub, mein Schwein pfeift“ ist zu sehen, wie das Tier zwischen Haargummis, Regenschirmen und Süßigkeiten unterwegs ist und an einem Regal schnuppert. Das Wildschwein habe sich in dem „Einkaufszentrum verirrt“, teilte die Polizei auf der Plattform X mit. Den Beamten gelang es schließlich gemeinsam mit Mitarbeitern des Tierparks, das Tier aus dem Allende-Center in Köpenick nach draußen zu treiben.
Dreistündiger Einsatz - Mit Schildern und Fluchttunnel verjagt
Nach drei Stunden gab die Polizei Entwarnung. „Das Wildschwein ist wieder in freier Wildbahn“, sagte ein Sprecher der Polizei. Mit Einsatzschildern und Europaletten habe man das Tier aus einer Filiale des Discounters Tedi treiben können. Die Polizei hatte vorher das Einkaufszentrum zwischenzeitlich komplett abgesperrt.
Nach Angaben des „Tagesspiegels“ hatten die Polizeibeamten einen Fluchttunnel aus Paletten gebaut, durch den das Wildschwein wieder zurück in den benachbarten Volkspark geleitet werden sollte. Mit großen Holzschildern gingen schließlich zwei Beamte in das Geschäft, um das Tier so nach draußen zu treiben. Das gelang.
Gegen Mittag war das Tier wieder in Freiheit. Mitarbeiter des betroffenen Ladens berichteten dem „Tagesspiegel“ von dem prägnanten Wildschweingeruch, der weiterhin in der Luft hing. Zudem habe das Wildschwein auch im Laden sichtbare Spuren hinterlassen. „Nach Abschluss der Aufräumarbeiten werden wir die Filiale schnellstmöglich wieder für unsere Kundschaft öffnen“, sagte ein Sprecher des Discounters Tedi. Schäden könne das Unternehmen „aktuell nicht beziffern“.
Wildschwein kein alltäglicher „Kunde“
„Besonders beeindruckt waren wir von der kreativen und effektiven Lösung, das Tier sicher aus dem Gebäude zu leiten“, führte der Sprecher aus. Ein Wildschwein als „Kunde“ sei definitiv kein alltägliches Ereignis und werde noch lange in Erinnerung bleiben.
Der Tierpark Berlin war bei dem Einsatz von der Polizei um Hilfe in Sachen Wildtiere gebeten worden, wie eine Sprecherin des Tierparks erklärte. Ein Team aus Tierpflegern und einer Tierärztin war demnach mit Blasrohr, Narkosegewehr und hölzernen Schilden zum Einsatzort gefahren. Eine Narkotisierung des Tieres sei aber „aufgrund der räumlichen Gegebenheiten nicht möglich“ gewesen.
Kleinmachnow und Teufelssee: Immer wieder Wildschweine
Im Juli 2023 hatte die Suche nach einer vermeintlichen Löwin im brandenburgischen Kleinmachnow südwestlich von Berlin aufgrund eines Videos aus dem Ort international Aufsehen erregt. Nach einer mehr als 30-stündigen Suche gab der Bürgermeister Entwarnung: Es handelte sich um ein Wildschwein.
Ein weiterer kurioser Vorfall ereignete sich am Berliner Teufelssee im Jahr 2020. Ein nackter Badegast rannte einem Wildschwein und zwei Frischlingen hinterher, nachdem das Tier eine Tüte mit seinem Laptop im Maul davongetragen hatte.
In dem Einkaufszentrum hatte sich ein Wildschwein verirrt.Michael Ukas/dpa
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