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Wie oft die hessische Polizei Elektroschocker einsetzt

Derzeit werden die 190 Elektroschockgeräte der hessischen Polizei durch ein neues Modell ersetzt. Die Geräte kommen vorwiegend bei Festnahmen zum Einsatz. Wie sich die Zahlen zuletzt entwickelt haben.

13.09.2026

Die Elektroschocker werden laut Polizei in rund 75 Prozent der Fälle im Zusammenhang mit Festnahmen verwendet. (Archivbild)Boris Roessler/dpa

Die Elektroschocker werden laut Polizei in rund 75 Prozent der Fälle im Zusammenhang mit Festnahmen verwendet. (Archivbild)Boris Roessler/dpa

© Boris Roessler/dpa

Die hessische Polizei hat dieses Jahr bis Mitte August mehr als 30 Mal einen Elektroschocker eingesetzt. Die Zahl spreche dafür, dass die Einsätze auf einem mit dem Vorjahr vergleichbaren Niveau liegen, teilte das Innenministerium in Wiesbaden auf dpa-Anfrage mit. 

Wie aus einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen-Landtagsfraktion hervorgeht, gab es 2025 landesweit 68 polizeiliche Einsätze eines sogenannten Distanz-Elektroimpulsgerätes (DEIG), umgangssprachlich auch Taser genannt. Bis zum 11. August dieses Jahres wurden demnach 33 Einsätze registriert.

Ein DEIG-Einsatz hänge stark von der dynamischen Entwicklung einzelner Einsatzlagen ab, erläuterte eine Ministeriumssprecherin. „Ob und wie oft das DEIG angedroht oder ausgelöst wird, entscheidet sich stets lageangepasst vor Ort und lässt sich statistisch nicht ohne Weiteres hochrechnen.“ 

Im Jahr 2025 sei der Taser in rund 75 Prozent der Fälle im Zusammenhang mit Festnahmen verwendet worden. Die übrigen Fälle entfielen demnach auf Bedrohungs- und Suizidlagen.

Neue Modellgeneration wird eingeführt

Aktuell stehen der hessischen Polizei 190 Geräte zur Verfügung. Vor einer Steigerung dieser Zahl liege der Fokus derzeit darauf, das vom Hersteller nicht mehr unterstützte Tasermodell durch eine neue Modellgeneration zu ersetzen – einschließlich flächendeckender Schulungen, teilte das Ministerium mit.

Das DEIG habe sich zu einem wichtigen und erfolgreichen Einsatzmittel entwickelt, das auch erheblich der Eigensicherung der Einsatzkräfte diene, erklärte die Sprecherin. Es ergänze das Pfefferspray, den Schlagstock und die Schusswaffe. 

„Das DEIG kann gegen aggressive Täter eingesetzt werden, ohne dass sich die Einsatzkräfte in deren direkten Einwirkungsbereich begeben müssen“, erläuterte sie. „Bereits eine Androhung wirkt deeskalierend auf das Gegenüber und eine Auslösung ist in den meisten Fällen nicht mehr notwendig.“

Ersetzt nicht die Schusswaffe 

Die Wirkung des DEIG sei allerdings nicht in jedem Fall garantiert, da etwa dicke Kleidung das Eindringen der Pfeilelektroden verhindern könne. „Zudem birgt der Einsatz gesundheitliche Gefahren durch Folgestürze sowie Risiken für Vorerkrankte oder Personen unter Drogeneinfluss“, ergänzte die Sprecherin. Weiterhin ersetze es bei unmittelbarer Lebensgefahr - etwa bei einem Messerangriff aus nächster Nähe - keineswegs die Schusswaffe.