Weitere Millionen an Hilfe für Anschlagsopfer von Magdeburg
Mehr als 300 Menschen wurden beim Anschlag in Magdeburg verletzt. Nun fließen weitere Gelder – doch die Ansprüche der Betroffenen liegen höher als die verfügbaren Mittel.
Am 20. Dezember 2024 war der Mann von einer Straße durch eine Lücke in Betonabsperrungen auf einen Fußweg auf den Weihnachtsmarkt eingefahren. Sechs Menschen wurden getötet. (Archivbild)Hendrik Schmidt/dpa
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Knapp eineinhalb Jahre nach dem Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt können Betroffene nach Spenden und staatlichen Geldern weitere Ausgleichszahlungen erhalten. Insgesamt stehen nun 7,5 Millionen Euro dafür zur Verfügung, teilte eine Sprecherin der R+V-Versicherung auf Anfrage mit.
Die Versicherung hatte den Mietwagen des Täters versichert, wie zunächst die „Mitteldeutsche Zeitung“ berichtete. Am 20. Dezember 2024 war der Mann mit von einer Straße durch eine Lücke in Betonabsperrungen auf einen Fußweg auf den Weihnachtsmarkt eingefahren. Sechs Menschen wurden getötet, mehr als 300 teils schwerst verletzt.
Hilfe für direkte Opfer des Anschlags
Die Haftung für die Personenschäden aller Betroffenen sei nach dem Straßenverkehrsgesetz auf insgesamt 5 Millionen Euro begrenzt, hieß es von der Versicherung. Zusätzlich habe die Verkehrsopferhilfe einen Betrag von 2,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.
Mit den Geldern sollen vorrangig direkte Opfer entschädigt werden, für die kein Geld von anderen Stellen kommt, etwa von Trägern der Sozialversicherung oder aus Härtefallfonds.
Ansprüche liegen bei 9 Millionen Euro
Vor diesem Hintergrund seien sämtliche, nicht anderweitig gedeckte, persönliche Ansprüche der Betroffenen bewertet worden, hieß es. Dabei ist die R+V-Versicherung auf einen Betrag von rund neun Millionen Euro gekommen. Weil so viel Geld nicht zur Verfügung steht, sollen die Betroffenen eine Zahlung von rund 80 Prozent des jeweils kalkulierten Anspruchs erhalten.
Die Bundesregierung hatte im vergangenen Jahr bis zu 25 Millionen Euro für die Unterstützung bereitgestellt. Zudem gibt es einen Opferhilfefonds des Landes Sachsen-Anhalt. Schnelle Hilfe stand für die Betroffenen auch aus Spendengeldern bereit. Auf einem Spendenkonto der Stadt waren mehr als 1,5 Millionen Euro eingegangen. Wenn dauerhafte gesundheitliche Schädigungen festgestellt werden, die durch das Attentat entstanden sind, kann es auch monatliche Entschädigungszahlungen geben.