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Was läuft zwischen der Formel 1 und Deutschland?

Die Formel 1 könnte wieder nach Deutschland kommen. Der Boss der Rennserie spricht von einer mittelfristigen Möglichkeit. Das Finale in diesem Jahr könnte nach Europa wandern.

29.07.2026

Der Iran-Krieg zwingt Stefano Domenicali zu Notplänen für den Rennkalender. (Archivbild)David Davies/PA Wire/dpa

Der Iran-Krieg zwingt Stefano Domenicali zu Notplänen für den Rennkalender. (Archivbild)David Davies/PA Wire/dpa

© David Davies/PA Wire/dpa

Formel-1-Geschäftsführer Stefano Domenicali hat den deutschen Fans leise Hoffnungen auf die Rückkehr eines Heimrennens gemacht. Man stehe in Kontakt mit den Veranstaltern in Hockenheim, sagte Domenicali bei einer Videokonferenz. Man wolle ausloten, „ob dort mittelfristig, nicht kurzfristig“, wieder ein Formel-1-Rennen stattfinden könne. Hockenheim investiert auch und will mit einer Erlebniswelt künftig attraktiver werden. „Für unsere Plattform sind andere Investitionen erforderlich, darüber sind wir aktuell im Austausch“, sagte Domenicali.

Einen Grand Prix in Deutschland gab es letztmals 2020 auf dem Nürburgring, das war aber auch nur eine Ersatzveranstaltung wegen der Corona-Pandemie. In Hockenheim wurde 2019 letztmals der Große Preis von Deutschland ausgetragen. Die Antrittsgebühr in zweistelliger Millionenhöhe ist dem Hockenheimring aber zu hoch.

„Dass es beide Seiten wollen, ist oft genug kommuniziert worden“

„Wie in der Vergangenheit auch stehen wir regelmäßig im Austausch. Es gibt aber keine neuen konkreten Ergebnisse oder Perspektiven. Es gibt auch keine konkreten Aussichten“, sagte Hockenheimring-Geschäftsführer Jorn Teske der Deutschen Presse-Agentur. „Dass es beide Seiten wollen, ist oft genug kommuniziert worden. Wir wären wie immer an einer wirtschaftlich tragfähigen Lösung interessiert.“

Offen ist auch die TV-Frage in Deutschland. Der Pay-TV-Sender Sky, der von RTL übernommen wurde, hat bis Ende 2027 noch die Exklusivrechte. Was kommt danach? Domenicali sprach davon, dass es Konkurrenz geben könnte. „Erstmals wird es mehr als einen Sender geben, der Interesse hat, an der Ausschreibung teilzunehmen“, sagte er.

Saisonfinale in Europa?

Domenicali beschäftigt auch die im frei empfangbaren Fernsehen gezeigten Rennen. „Natürlich stehen wir mit ihnen in Gesprächen, um herauszufinden, wie wir noch mehr Aufmerksamkeit für die Formel 1 gewinnen können. Dieses Thema liegt also auf dem Tisch“, sagte Domenicali über RTL. In diesem Jahr wurden fünf frei empfangbare Grand Prix vereinbart.

Imola ist eine Option für das Formel-1-Finale. (Archivbild)Luca Bruno/AP/dpa

Imola ist eine Option für das Formel-1-Finale. (Archivbild)Luca Bruno/AP/dpa

© Luca Bruno/AP/dpa

Konkreter wurde Domenicali mit Blick auf das Saisonende in der Formel 1. Wegen des Iran-Krieges bleibt es mehr als fraglich, ob die letzten beiden Rennen des Jahres am 29. November in Katar und am 6. Dezember in Abu Dhabi tatsächlich stattfinden können.

Klarheit im September

„Sollte das nicht möglich sein, wird das Saisonende in Europa stattfinden, weil wir nicht an andere Austragungsorte ausweichen können“, sagte der frühere Ferrari-Teamchef. Bis spätestens Mitte September soll eine Entscheidung fallen. „Für den Fall, dass sich die Lage im Nahen Osten nicht beruhigt oder nicht gelöst wird, haben wir verschiedene Alternativpläne.“

Als eine Möglichkeit für das Saisonfinale im Dezember gilt Portimão in Portugal, das für 2027 und 2028 ohnehin fest in den Kalender zurückkehrt. Im Gespräch ist auch Imola in Italien. Der Grand Prix der Emilia Romagna war für dieses Jahr aus dem Kalender gestrichen worden. Allerdings wäre das Rennen ein Heimspiel für den italienischen Spitzenreiter Kimi Antonelli von Mercedes, der in diesem Jahr erstmals Weltmeister werden könnte.

Absehbar tiefe Temperaturen schrecken Domenicali nicht ab. Er erinnerte dabei an den Nürburgring. 2020 wurde im Oktober wegen Regen und Nebel in der kalten Eifel der erste Testtag aus Sicherheitsgründen sogar komplett abgesagt. „Ich denke, dass die Wetterbedingungen es zulassen sollten, auch Anfang Dezember noch Rennen in Europa auszutragen“, meinte Domenicali.