Was der Fund einer Asiatischen Hornisse für Berlin bedeutet
Die Asiatische Hornisse ist hauptsächlich in Westdeutschland unterwegs, in Ostdeutschland bislang nur vereinzeln. Jetzt gibt es in Berlin den zweiten Fall. Eine Biologin des Nabu klärt auf.
Asiatische Hornissen sind für Menschen in der Regel harmlos. Nähert man sich aber ihrem Nest, können sie aggressiv werden. (Archivbild) Jens Kalaene/dpa
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In Berlin-Neukölln wurde eine tote Asiatische Hornisse gefunden. Ein Mann habe das Tier am 12. August auf dem Boden entdeckt, fotografiert und über eine App gemeldet, erklärt die Biologin Melanie von Orlow vom Naturschutzbund (Nabu) Berlin der Deutschen Presse-Agentur. Das dazugehörige Nest wurde bislang nicht entdeckt.
Es ist erst das zweite Mal, dass in Berlin eine Asiatische Hornisse nachgewiesen wurde. Zum ersten Mal wurde 2023 ein Tier in einem Restaurant in Schöneberg entdeckt. Die Naturschützer fanden daraufhin das Nest in einer Kastanie und töteten die Tiere.
Keine Gefahr für den Menschen
Asiatische Hornissen sind etwas kleiner als ihre heimischen Verwandten, sie machen gezielt Jagd auf Bienenstöcke - und deswegen Imkern große Sorgen. Sie leben in Völkern, die tausende Tiere umfassen können. In Europa breitet sich die aus Südostasien stammende Art rasant aus. In Deutschland wurde die Hornisse erstmals 2014 nachgewiesen. Die Auswirkungen auf andere Insektenarten sind laut Nabu bislang unklar. Für Menschen stellten die Tiere, die üblicherweise sehr hoch in Baumkronen nisteten, meistens keine Gefahr dar. Es besteht laut von Orlow daher kein Grund zur Panik.
Dieses Nest wurde in einem Dachvorsprung in Eisenhüttenstadt entdeckt. Eigentlich nisten die Tiere hoch oben in Bäumen. (Archivbild)Jens Kalaene/dpa
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Was bedeutet der neue Fund für die Region? „Wir können mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit sagen, dass es irgendwo in Berlin ein Nest gibt“, sagt von Orlow, die Berlins Hymenopterendienst leitet. Hymenoptera bedeutet Hautflügler. Das Nest könne sich in der Nähe des Fundorts in der Delbrückstraße, aber auch irgendwo anders in Berlin oder dem Speckgürtel befinden. Denn: Das tote Tier ist der Biologin zufolge sehr wahrscheinlich eine Drohne, also ein Männchen, und die fliegen deutlich weiter als Weibchen.
Nabu bittet, Sichtungen zu melden
Langfristig müsse man damit rechnen, dass sich die Asiatische Hornisse weiter ausbreite, so von Orlow. Umso wichtiger sei es, genau hinzuschauen. Der Nabu bittet Menschen in Berlin darum, Sichtungen per E-Mail an kontakt@hymenopterendienst.de zu melden, am besten mit einem Foto oder Video. Vor allem an Efeu, der jetzt zu blühen beginne, könnten sich Tiere aufhalten, erklärt die Biologin. Töten sollte man die Tiere bitte nicht.