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Warum ein ganzes Fußballteam Probleme mit der Justiz hat

Vor dem Abflug in die Türkei werden Pforzheimer Fußballer mit Bargeld gestoppt. Nun beantragt die Staatsanwaltschaft Strafbefehle gegen zwei Dutzend Spieler und Vorstände – was wirft sie ihnen vor?

22.10.2026

Bislang haben zwei Fußballer Einspruch gegen ihre Strafbefehle der Generalstaatsanwaltschaft eingelegt. (Symbolbild)Marijan Murat/dpa

Bislang haben zwei Fußballer Einspruch gegen ihre Strafbefehle der Generalstaatsanwaltschaft eingelegt. (Symbolbild)Marijan Murat/dpa

© Marijan Murat/dpa

Hehlerei, Geldwäsche und Schmelzöfen im Schwarzwald: Die Vorwürfe gegen einen Fußballverein aus Pforzheim sind heftig - und haben ein juristisches Nachspiel für zwei Dutzend Spieler und Vorstände. Die Staatsanwaltschaft hat nach eigenen Angaben 24 Strafbefehle wegen Geldwäsche beim Amtsgericht Nürtingen beantragt.

Demnach sollen die Fußballer zwischen 2.000 und 7.700 Euro Geldstrafe zahlen. Das entspricht 60 bis 80 Tagessätzen, deren Höhe sich jeweils nach dem Einkommen richtet. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung berichtet.

Anklage gegen zwei Manager

Gegen zwei Klubmanager des Verbandsligisten, die als Chefs einer Hehlerbande gelten sollen, wurde bereits Anklage zum Landgericht Mannheim erhoben. 20 Spieler legten Einspruch gegen die Strafbefehle ein, ein Strafbefehl ist inzwischen rechtskräftig, und in drei Fällen wurde die Strafbefehle bisher nicht zugestellt, wie die Staatsanwaltschaft weiter mitteilte. Zwei Verfahren sollen am 24. November verhandelt werden. 

Die Kicker waren im Februar am Stuttgarter Flughafen vor dem Abflug in die Türkei gestoppt worden. Jeder soll zwischen 4.000 und 9.900 Euro Bargeld bei sich getragen haben. Ihre beiden Manager sollen nach Angaben der Staatsanwaltschaft mit gestohlenen Edelmetallen einen schwunghaften Handel betrieben und einen millionenschweren Gewinn eingefahren haben. Sie vertrauten dabei nach Überzeugung der Ermittler auch auf die Hilfe des Fußballvereins.

50 Millionen Euro im Spiel

Laut Anklage kauften sie hinter der Fassade eines Edelmetallunternehmens gestohlene Materialien im Wert von rund 50 Millionen Euro an, schmolzen sie im Kreis Calw ein und machten sie zu Geld, wie die baden-württembergische Generalstaatsanwaltschaft mitteilte.

Für den Schmuggel sollen die beiden Männer kurz vor dem Check-in für einen Flug nach Antalya (Türkei) den mitwissenden Mitgliedern des inzwischen insolventen Pforzheimer Fußballvereins Briefumschläge mit Geld übergeben haben. „Das Geld sollte nach der Ankunft in der Türkei wieder an die Händler zurückfließen“, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit.