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Warum Wacken für viele der „Holy Ground“ ist

85.000 Fans, ein Dorf mit 2.280 Einwohnern und ein Metallschädel, der Flammen spuckt: Was das Wacken Open Air so besonders macht – und warum es für viele der „Holy Ground“ ist.

29.07.2026

Das Heavy-Metal-Festival in Wacken gilt als eines der größten weltweit. (Symbolbild)Frank Molter/dpa

Das Heavy-Metal-Festival in Wacken gilt als eines der größten weltweit. (Symbolbild)Frank Molter/dpa

© Frank Molter/dpa

Das Wacken Open Air (W:O:A) gilt als eines der größten Heavy-Metal-Festivals weltweit. Hier die wichtigsten Fakten zum Metalfestival:

Acker: Streng genommen findet das Festival auf landwirtschaftlichen Nutzflächen statt. Für die Metalfans ist es aber der „Holy Ground“ (Heiliger Boden) oder das „Holy Land“ (Heiliges Land), wie sie das sogenannte Infield nennen. Das ist der Bereich vor den beiden Hauptbühnen Faster und Harder.

Auslöser: „Wir wollten eine Party organisieren für uns und unsere Kumpels“, sagte Festivalgründer Thomas Jensen einmal der Deutschen Presse-Agentur. „Holger Hübner und ich wollten die Bands spielen haben, die Musik machen, die wir lieben. Für ihn und mich ist ein absolutes Geschenk, dass das Festival mit dieser Community so groß geworden ist.“

Ausnahmen: 2020 und 2021 fiel das Wacken Open Air infolge der Corona-Pandemie aus. 2020 stellten die Veranstalter als Ersatz für die weltweite Fangemeinde ein Online-Event namens „Wacken World Wide“ auf die Beine, bei dem zahlreiche Stars der Szene virtuell auftraten.

Bis zu 85.000 Fans werden erwartet. (Archivbild)Axel Heimken/dpa

Bis zu 85.000 Fans werden erwartet. (Archivbild)Axel Heimken/dpa

© Axel Heimken/dpa

Bands: Das Festival soll die Bandbreite der Metal-Musik abbilden, von Death- über Black- und Speed- bis zum Trash-Metal. Auf den neun größeren und kleineren Bühnen spielen nach Angaben der Veranstalter rund 200 Bands.

Einwohner: In der kleinen Gemeinde Wacken (Kreis Steinburg) in Schleswig-Holstein leben nur 2.280 Menschen.

Entsorgung: Auf dem Festivalgelände gibt es rund 2.000 Mobiltoiletten, etwa 560 Urinale, 12 Damenurinale und 24 Trockentoiletten. Hinzu kommen 20 barrierefreie WC-Container.

Fans: Zur Premiere 1990 im deutlich kleineren Rahmen als heute kamen mitten im Dorf ein paar Bands und 800 Besucher. Seitdem ist das Festival kontinuierlich gewachsen.

Festivalväter: Jensen und Hübner stammen beide aus Wacken. Die beiden Veranstalter haben noch immer Anteile am Open Air. Mehrheitsgesellschafter ist mittlerweile jedoch die US-Investmentfirma KKR.

Feuerwehr: Die löscht nicht nur Brände, sondern spielt auf dem Festival vor den Fans groß auf. Die Wacken Firefighters haben bei den Fans Kultstatus, zu Hits wie „Rosamunde“ steigt die Stimmung. Am ersten Festivaltag (Mittwoch) spielen sie auf einer der kleineren Bühnen.

Gelände: Das Festivalgelände umfasst 420 Hektar. Das entspricht einem Quadrat von gut zwei mal zwei Kilometern oder knapp 600 Fußballfeldern.

Gründung: Der Ort Wacken wurde nachweislich im Jahr 1148 erstmals erwähnt.

Headliner: So werden die auf Ankündigungs-Plakaten ganz oben aufgeführten Bands benannt. In Wacken waren das 2025 Guns N‘ Roses (mit dem längsten Konzert in der Festival-Geschichte von mehr als drei Stunden), 2024 die Scorpions, Korn und Amon Amarth, 2023 Iron Maiden und 2022 Powerwolf, Slipknot und Judas Priest. In diesem Jahr sind es Def Leppard, Powerwolf und Judas Priest.

Das gilt auch für Judas Priest. (Archivbild)Axel Heimken/dpa

Das gilt auch für Judas Priest. (Archivbild)Axel Heimken/dpa

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Kurios: 2013 stand der deutsche Sänger Heino steht für ein Lied gemeinsam mit den Musikern der Gruppe Rammstein in Wacken auf der Bühne. 2024 hatte Peter Maffay einen Gastauftritt. Auch Komiker Otto war schon dort. 

Metall: Zwischen den beiden Hauptbühnen hängt ein riesiger Metallschädel, der etwa 10 Meter hoch und 12,5 Meter breit ist. Er wiegt rund 2,5 Tonnen. Er ist mit 40 Feueröffnungen ausgestattet, die während der Abendkonzerte Flammen ausstoßen.

Motto: Ein Motto des Festivals ist „Faster Harder Louder“ (Schneller, härter, lauter), ein anderes „Rain or shine“ (ob Regen oder Sonnenschein) und spielt auf den in der norddeutschen Tiefebene gut möglichen Regen an.

Personal: Das Festival beschäftigt nach Veranstalterangaben rund 5.000 Menschen, darunter unter anderem 1.800 Sicherheits-Mitarbeiter und Ordner. Täglich sind zudem rund 800 Polizisten, Feuerwehrleute, Sanitäter und Notärzte im Einsatz.

Rockgrößen: Fast alle Großen der Metal-Welt haben schon mindestens einmal in Wacken gespielt, darunter Iron Maiden, Judas Priest, die Scorpions, die Böhsen Onkelz, Rammstein, Motörhead, Mötley Crüe, Alice Cooper, Ozzy Osbourne, Saxon, Amon Amarth oder Korn.

Lemmy Kilmister spielte mehrfach in Wacken. (Archivbild)picture alliance / dpa

Lemmy Kilmister spielte mehrfach in Wacken. (Archivbild)picture alliance / dpa

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Sehnsucht: Noch ohne Wacken-Gig sind beispielsweise Manowar, AC/DC oder Metallica.

Schlammschlacht: Regnet es beständig, sind Gummistiefel auf dem Festival gefragt. Bei allzu großen Wassermassen hat es in der Vergangenheit auch Schlammschlachten der Fans gegeben.

Spitzname: Metalfans nennen sich Metalheads (Metallköpfe). 

Stammgäste: Viele Bands kehren nach Wacken zurück. Gern gesehen ist beispielsweise die deutsche Metal-Queen Doro Pesch. Bis zum Tod von Rocklegende Lemmy Kilmister spielte auch dessen Band Motörhead mehrfach in Wacken. An der Hauptstraße des Ortes steht eine Statue des Musikers.

Tickets: In den vergangenen Jahren war das Festival meist recht schnell ausverkauft. 2025 kamen 85.000 Menschen aus der ganzen Welt in das kleine Dorf. Dieses Jahr meldeten die Veranstalter erst eine Woche vor dem Start, dass das Open Air ausverkauft ist. Die Karten kosteten 351 Euro inklusive Buchungsgebühr.

Regen ist im Norden immer mal drin. (Archivbild)Frank Molter/dpa

Regen ist im Norden immer mal drin. (Archivbild)Frank Molter/dpa

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Wetter-Kapriolen: Sie gibt es im Norden Ende Juli immer mal wieder. 2023 machten Wassermassen vielen Metalfans einen Strich durch die Rechnung. Erstmals in der Festival-Geschichte verhängten die Veranstalter aus Sicherheitsgründen einen Einlassstopp. Statt der erwarteten 85.000 waren nur 61.000 Fans auf dem Festival. Das sorgte für reichlich Frust.

Wirtschaftskraft: Schleswig-Holsteins langjährige Tourismuschefin Bettina Bunge betonte gegenüber dpa, dass Wacken ein Tourismusmagnet für ganz Schleswig-Holstein sei und jährlich Menschen aus mehr als 80 Ländern anziehe. Demnach zögen mehr als ein Drittel der Besucher nach dem Festival einen Urlaub an der Küste Schleswig-Holsteins in Betracht.