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Warum Thüringen bei der Artemis-Mission zum Mond dabei ist

Thüringen hat eine lange Tradition bei der Produktion von Weltraumtechnik. Vor allem eine Firma in Jena hat Sensoren für verschiedene Missionen geliefert. Was ist ihr Part bei der Artemis-Mission?

02.04.2026

Die Artemis II-Mondrakete der NASA mit dem Orion-Raumschiff an Bord hebt von der Startrampe 39-B des Kennedy Space Center in Cape Canaveral, Florida, ab. Thüringen ist mit Technik bei der Artemis-Mission dabei. John Raoux/AP/dpa

Die Artemis II-Mondrakete der NASA mit dem Orion-Raumschiff an Bord hebt von der Startrampe 39-B des Kennedy Space Center in Cape Canaveral, Florida, ab. Thüringen ist mit Technik bei der Artemis-Mission dabei. John Raoux/AP/dpa

© John Raoux/AP/dpa

Sternensensoren aus Jena spielen bei der Artemis-Mission zum Mond, die von Cape Canaveral in den USA gestartet worden ist, eine wichtige Rolle. Sie sorgen für die exakte Ausrichtung und Navigation des Raumschiffs, in dem erstmals seit einem halben Jahrhundert wieder Menschen auf dem Weg zum Mond sind, wie die auf Weltraumtechnik spezialisierte Jena-Optronik GmbH in Jena mitteilte. Sie würden das Raumschiff auf seinem Weg in die Mondumlaufbahn leiten. 

Das Unternehmen hat eine lange Tradition bei der Produktion von Systemen zur Lageregulierung von Satelliten, aber auch Raumschiffen. Diese geht bis in die DDR-Zeit zurück. Sternen- sowie Rendezvous- und Dockingsensoren aus Jena waren bereits bei einer Vielzahl von Weltraummissionen dabei. 

Jena-Optronik hat eine lange Tradition beim Bau von Komponenten für Weltraummissionen. (Archivbild)picture alliance / dpa

Jena-Optronik hat eine lange Tradition beim Bau von Komponenten für Weltraummissionen. (Archivbild)picture alliance / dpa

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Mit dem Start der Artemis-II-Mission der Nasa in der Nacht beginne ein neues Kapitel der bemannten Raumfahrt – und Thüringen sei mittendrin, erklärte die Thüringer Staatskanzlei in Erfurt. Der Sternensensor aus Jena sei gewissermaßen der „Kompass der Mission“.

Wofür die Industriestadt Jena steht 

Ministerpräsident Mario Voigt habe den Start des Raumschiffs mit vier Astronauten live bei der Jena-Optronik GmbH auf den Bildschirmen miterlebt, so die Staatskanzlei. Dass die erste bemannte Mondmission seit mehr als 50 Jahren mit Technik aus Thüringen gestartet sei, sei „ein starkes Signal für die Innovationskraft im Grünen Herzen Deutschlands“, erklärte der CDU-Politiker.

„Jena steht seit Jahrzehnten für Optik, Präzision und Innovation und trägt in vielen Zukunftsbereichen ganz konkret dazu bei, die Grenzen des menschlichen Wissens zu erweitern“, so der Regierungschef. Er wünsche den Astronauten eine sichere Reise. 

Sternensensoren für die Orientierung wichtig

Die Artemis-II-Mission der Nasa, die etwa zehn Tage dauern soll, ist die erste bemannte Mondmission seit Apollo 17 im Jahr 1972. Sie dient dazu, Navigation, Kommunikation und Lebenserhaltung unter realen Bedingungen zu testen. 

Sternensensoren von Jena-Optronik, die Optik mit Bildverarbeitung kombinieren und Sterne zur Orientierung nutzen, gehören zu den grundlegenden optischen Navigationssystemen in der Raumfahrt. Bei der Mondmission sei Genauigkeit eine wichtige Größe, erklärte das Unternehmen: „Bereits kleine Fehler können aufgrund der großen Distanz zwischen unserem Planeten und seinem Trabanten zu erheblichen Kursabweichungen bei der Raumkapsel führen.“ 

Wofür Jena-Optronik Sensoren lieferte 

Besonders hohe Anforderungen auch an die Software würden bei einer bemannten Mission gestellt. „In unserem Projektteam wird besonderes Augenmerk auf diese Aspekte gelegt und wir sind stolz, an solchen wegweisenden Missionen beteiligt zu sein“, erklärte Andreas Deter, Projektleiter Sternsensoren bei Jena-Optronik. 

Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben bisher mehr als 450 Lageregelungssensoren verkauft, die weltweit im bei nationalen und internationalen Projekten eingesetzt werden, beispielsweise beim Copernicus-Programm oder Kommunikationssatelliten Alphasat.