Verdi ruft für Montag zum großen Warnstreik auf
Nicht nur Busse und Bahnen in Teilen von Sachsen-Anhalt sollen am Montag stillstehen. Im Tarifkonflikt ruft die Gewerkschaft auch in Ministerien, Behörden und Universitäten zum Streik auf.
Am Montag müssen sich Fahrgäste von Bussen und Straßenbahnen auf Ausfälle einstellen. (Archivbild)Jan Woitas/dpa
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Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten im öffentlichen Dienst für Montag zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Neben Bussen und Straßenbahnen in Magdeburg, Halle und dem Burgenlandkreis sind nach Angaben der Gewerkschaft auch Behörden und Ministerien betroffen.
Aufgerufen zum Streik sind unter anderem Beschäftigte der Landesstraßenbaubehörde, der Universität Magdeburg, der Hochschule Magdeburg-Stendal, der Autobahn GmbH des Bundes sowie Ministerien und Landesdienststellen.
Es werde in der Landeshauptstadt von Montagnacht bis Dienstag 2.30 Uhr keinen Straßenbahn- und Busverkehr der Magdeburger Verkehrsbetriebe geben, teilte das Unternehmen mit. Im Nachtverkehr werde der letzte planmäßige Anschluss am Alten Markt am Sonntagabend um 23.45 Uhr stattfinden. In der Nacht zu Dienstag soll der Verkehr dann wieder schrittweise aufgenommen werden. Auf nicht unbedingt notwendige Fahrten sollte verzichtet werden, hieß es. Die Magdeburger Verkehrsbetriebe bezeichneten den Aufruf zum Warnstreik nach der ersten Verhandlungsrunde aus Sicht der Arbeitgeber als „nicht nachvollziehbar und unangemessen.“
Verdi wirft den Arbeitgebern vor, in den Tarifverhandlungen von den Beschäftigten eine deutliche Verschlechterung der Arbeitsbedingungen gefordert zu haben. So solle unter anderem der Krankengeldzuschuss gekürzt und der tarifliche Kündigungsschutz abgeschafft werden.
Gewerkschaft fordert Entlastungen und mehr Geld
„Die Arbeitgeber setzen auf Eskalation“, sagte Verhandlungsführer Paul Schmidt. Statt nach einer gemeinsamen Lösung zu suchen, verweigerten sie sich jedem möglichen Kompromiss dazu.
Die Forderungen unterscheiden sich nach Angaben eines Gewerkschaftssprechers zwischen denen im öffentlichen Dienst und denen im Nahverkehr. Dort sei die Forderung nach einer 35-Stunden-Woche zentraler Bestandteil der Verhandlungen. Zusätzlich gehe es darum, die Zeit zwischen den Schichten zu erhöhen.
Letzter großer Warnstreik vor zwei Jahren
Im öffentlichen Dienst geht es der Gewerkschaft um eine Erhöhung der Gehälter um sieben Prozent, mindestens jedoch um 300 Euro monatlich. Die Forderungen werden vom Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) Sachsen-Anhalt als „maßlos“ abgelehnt.
Beim letzten Tarifkonflikt vor zwei Jahren waren durch Warnstreiks große Teile des Nahverkehrs in Teilen von Sachsen-Anhalt lahmgelegt worden.