Warnstreik in Seehäfen – Warum 1.000 Arbeiter demonstrieren
Die Abfertigung von Schiffen, das Be- und Entladen von Containern und der Weitertransport von Waren sind beeinträchtigt. Wie Hafenarbeiter jetzt den Druck im Tarifstreit erhöhen.
Rund 1.000 Beschäftigte gingen auf die Straße.Jörn Hüneke/dpa
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Rund 1.000 Beschäftigte der Seehäfen haben in Bremerhaven für höhere Löhne demonstriert. Die Hafenarbeiter fordern ein „gutes und abschlussfähiges Angebot“, sagte Sylvi Krisch, Verhandlungsführerin der Gewerkschaft Verdi. Die Gewerkschaft hatte im Rahmen eines 48-stündigen Warnstreiks dazu aufgerufen.
Seit Mittwochabend legen zahlreiche Hafenarbeiter ihre Arbeit nieder. Betroffen sind die Häfen in Hamburg, Bremerhaven, Wilhelmshaven, Brake, Bremen und Emden. Der Warnstreik soll noch bis in den Abend gehen. Im Zuge dessen wird unter anderem die Abfertigung von Schiffen, das Be- und Entladen von Containern sowie der Weitertransport der Waren beeinträchtigt. Bereits Mitte August hatten Tausende Hafenarbeiter für 24 Stunden gestreikt.
Was die Gewerkschaft fordert - und die Arbeitgeber anbieten
Hintergrund ist der Tarifstreit für rund 11.000 Beschäftigte in den deutschen Seehäfen. Die Arbeitgeber, die vom Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) vertreten werden, bieten eine Entgeltsteigerung von 5,1 Prozent rückwirkend zum 1. August 2026 bei einer Laufzeit von 18 Monaten an. Zudem sollen die Löhne um mindestens 1,20 Euro pro Stunde steigen.
Der Gewerkschaft und den Hafenarbeitern geht das nicht weit genug. „Es war nicht das, was wir eigentlich gefordert haben“, sagte Krisch. Insbesondere die unteren Lohngruppen sollten stärker berücksichtigt werden, außerdem sei die Laufzeit zu lange. Verdi fordert bei einer Tariflaufzeit von zwölf Monaten ein Lohnplus von 8,2 Prozent, mindestens jedoch 2,50 Euro pro Stunde.