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IG Metall weitet Warnstreiks aus

Landesweit fordern Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Metall- und Elektroindustrie höhere Gehälter. Die Unternehmen hingegen wollen ihre Kosten senken.

03.11.2026

Demonstrierende Mitarbeiter der Nachtschicht bei Audi während eines Warnstreiks. Felix Kirberg/dpa

Demonstrierende Mitarbeiter der Nachtschicht bei Audi während eines Warnstreiks. Felix Kirberg/dpa

© Felix Kirberg/dpa

Die IG Metall hat ihre Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie ausgeweitet. Nach Angaben der Landesbezirksleitung in München beteiligten sich am Dienstag 8.500 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus 40 Betrieben, erheblich mehr als an den beiden Vortagen. Eine große Kundgebung mit 3.000 Menschen begann noch am Montag um kurz vor Mitternacht bei Audi in Ingolstadt: Die Nachtschicht stellte die Arbeit für zwei Stunden ein. Überlagert wurden die Warnstreiks von der Ankündigung eines neuerlichen Sparprogramms beim Autozulieferer Schaeffler, der in Deutschland bis 2029 weitere 2.660 Stellen abbauen will.

Größere Kundgebungen am Tage gab es laut Gewerkschaft in Passau und in Augsburg. Arbeitsniederlegungen gab es demnach unter anderem beim Autozulieferer ZF und dem Rüstungsunternehmen Renk.

Scharfe Kritik am Audi-Chef

Bei Audi in Ingolstadt ging es nicht nur um die Tarife. Landesbezirksleiter Horst Ott attackierte Audi-Chef Gernot Döllner für dessen Auftritt bei einem Wahlkampftermin von US-Präsident Donald Trump. „Auf diese Art Audi zu vertreten, ist armselig“, sagte Ott nach Angaben eines Sprechers bei der bislang größten Kundgebung der derzeitigen Warnstreikwelle in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie. 

Audi steht wirtschaftlich unter Druck und will Kosten sparen, Döllner hatte in den USA den Bau eines neuen Werks angekündigt. In Deutschland beruft sich der Vorstand auf die sogenannte „Schlechtwetterklausel“, die Verhandlungen mit dem Betriebsrat über Sparmaßnahmen vorsieht, wenn sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stark verschlechtern. Zur Diskussion steht vor allem die mögliche Schließung des Audi-Werks in Neckarsulm.

Positionen in der Tarifrunde weit voneinander entfernt

Vergangene Woche hatten die Arbeitgeber ein Angebot unter der Inflationsrate vorgelegt, das Reallohnverzicht bedeuten würde: ein zweijähriger Tarifvertrag mit einer Einmalzahlung in Höhe von einem Prozent des Bruttojahresgehalts im Sommer 2027 und einer Tariferhöhung um 1,3 Prozent im Sommer 2028. Die IG Metall fordert fünf Prozent höhere Entgelte und eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 110 Euro bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.

Protestierende Audi-Mitarbeiter bei einem nächtlichen Warnstreik in Ingolstadt.Felix Kirberg/dpa

Protestierende Audi-Mitarbeiter bei einem nächtlichen Warnstreik in Ingolstadt.Felix Kirberg/dpa

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Nächtlicher Warnstreik bei Audi in Ingolstadt.Felix Kirberg/dpa

Nächtlicher Warnstreik bei Audi in Ingolstadt.Felix Kirberg/dpa

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