„Wahnsinn“: Neue Weinkönigin kommt aus Sachsen-Anhalt
Paula Löber ist erst die zweite Deutsche Weinkönigin aus Saale-Unstrut. Eine besondere Ost-West-Sache will die strahlende Siegerin nicht daraus machen.
Unter dem Jubel ihrer Fangemeinde nahm Paula Löber die Krone von Vorgängerin Anna Zenz entgegen.Uwe Anspach/dpa
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Die Gewinnerin fasste sich mit beiden Händen an den Kopf und konnte ihren Sieg kaum glauben: Paula Löber aus dem Anbaugebiet Saale-Unstrut in Sachsen-Anhalt ist die 78. Deutsche Weinkönigin. In einem spannenden Finale setzte sich die 29-Jährige in Neustadt/Weinstraße (Pfalz) gegen vier Mitbewerberinnen aus Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen durch.
„Es ist unbeschreiblich“, sagte die Projektmanagerin aus Magdeburg nach dem goldenen Konfettiregen überglücklich der Deutschen Presse-Agentur. „Ich weiß gerade gar nicht, was in meinem Kopf los ist, aber es ist ganz, ganz, ganz viel Freude. Wahnsinn, was man alles erreichen kann.“ Als Weinkönigin vertritt sie nun ein Jahr lang rund 14.000 Weinbaubetriebe deutschlandweit.
„Ich sehe das gar nicht Ost-West“
Im Jubel ihrer Fangemeinde empfing die neue „First Lady des Rebensafts“ mit breitem Lächeln die Krone von Vorgängerin Anna Zenz von der Mosel. Im Namen der Rebe nimmt Löber nun zahlreiche Termine auch im Ausland wahr.
Königin Löber (M) repräsentiert den Wein ein Jahr lang mit den Prinzessinnen Knierim (l) und Schäfter (r).Uwe Anspach/dpa
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Aus Saale-Unstrut, Deutschlands nördlichstem Weinanbaugebiet, kam die Siegerin zuletzt 1993. „Ich sehe das gar nicht Ost-West“, sagte die Monarchin auf Zeit und winkte kräftig. „Am Ende sind wir alle für den deutschen Wein.“
Die fünf Finalistinnen hatten sich eine Woche zuvor in einem Vorentscheid gegen fünf Kandidatinnen und einen Kandidaten aus anderen Weinbaugebieten durchgesetzt. Seit kurzem ist der Wettbewerb auch für Männer geöffnet.
Wettbewerb mittlerweile auch für Männer geöffnet
Die Finalistinnen mussten unter anderem Weinsorten bei einer Blindverkostung erkennen und in weinbezogenen Spielen auf der Bühne ihre Schlagfertigkeit unter Beweis stellen. Vor Hunderten Gästen im Saalbau wählten eine Jury und das Publikum anschließend Kathrin Knierim (27, Rheinhessen) und Natalie Schäfter (25, Württemberg) zu Weinprinzessinnen. Im Kampf um die Krone unterlagen im Finale Anna Cölsch (21, Pfalz) und Lena Roie (32, Rheingau).
Lena Roie aus Hessen schied in einem spannenden Finale knapp aus.Uwe Anspach/dpa
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Die jeweilige Fangemeinde feuerte ihre Favoritin frenetisch an. Einige wedelten mit Namensplakaten, andere trugen T-Shirts mit dem Konterfei ihrer Auserwählten. Viele Fähnchen wurden geschwenkt.
Die Deutsche Weinkönigin wirbt seit 1949 für die Branche. Bis 1999 galt auch als Bedingung, dass die Kandidatinnen ledig sein und aus einer Winzerfamilie stammen mussten. Insgesamt gibt es in Deutschland 13 Weinanbaugebiete, das größte ist Rheinhessen. Die diesjährige Weinlese ist in vielen Anbaugebieten beendet - teilweise so früh wie nie. Aktuell werden in manchen Regionen noch spätreifende Sorten wie etwa Riesling geerntet.
Wie es der Weinbranche geht
Winzerinnen und Winzer seien mit den Qualitäten des 2026er-Jahrgangs sehr zufrieden, teilte das Deutsche Weininstitut anlässlich der Wahl mit. „Dank der trockenen Witterung, die in weiten Teilen bis in den Spätherbst angehalten hat, wurden bundesweit sehr gesunde und hochreife Trauben geerntet. Das lässt sehr aromatische Weißweine und konzentrierte Rotweine erwarten.“
Anna Antonia Cölsch aus Rheinland-Pfalz war unter den letzten Fünf.Uwe Anspach/dpa
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Aber: Weil die Trauben aufgrund der Trockenheit kleiner seien als üblich, dürften die Erträge unterdurchschnittlich ausfallen, sagte ein Sprecher des Weininstituts der Deutschen Presse-Agentur. „Dies gilt auch für die meisten europäischen Weinnationen.“
Angesichts sinkender Absatzzahlen warb Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) von Finalgastgeber Rheinland-Pfalz für den deutschen Wein. „Wein ist hohe handwerkliche Kunst - und ein besonderes Lebensmittel“, sagte er.
Als sie ihren Namen hört, kann Paula Löber ihren Sieg kaum fassen.Uwe Anspach/dpa
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