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Wahlduell in Rheinland-Pfalz: Treffen künftiger Partner?

Viel Debatte in der Sache, eher wenig Kontroversen - beim SWR-Fernsehduell knapp zwei Wochen vor der Landtagswahl stehen sich zwei mutmaßlich künftige Koalitionäre gegenüber - auch das zeigt sich.

11.03.2026

In Rheinland-Pfalz wird am 22. März gewählt.Hannes P. Albert/dpa

In Rheinland-Pfalz wird am 22. März gewählt.Hannes P. Albert/dpa

© Hannes P. Albert/dpa

Erst Händedruck, dann Zweikampf: Knapp zwei Wochen vor der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz hat das SWR-Fernsehduell zwischen den beiden Männern, die um den Ministerpräsidentenposten in Mainz kämpfen, keine heftige Konfrontation, wohl aber Unterschiede in der Sache gezeigt - und es gab auch die ein oder andere gegenseitige Spitze. 

In der Alten Lokhalle in Mainz standen sich ohne Publikum vor Ort SPD-Ministerpräsident Alexander Schweitzer, der die rheinland-pfälzische Staatskanzlei auch nach 36 Jahren in sozialdemokratischer Hand halten will, und sein CDU-Herausforderer Gordon Schnieder gegenüber.

Der Wahlkampf findet auf der Straße statt. Hannes P. Albert/dpa

Der Wahlkampf findet auf der Straße statt. Hannes P. Albert/dpa

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Bevor es in der Halle losging, wurde es draußen laut. Plakate, Transparente, ein Megafon - vor allem CDU-Sympathisanten gaben Gas, als Schnieder händchenhaltend mit seiner Ehefrau vorfuhr. „Das gibt Rückenwind“, rief er ebenfalls per Megafon seinen Anhängern zu. Auch Schweitzer wurde mit Jubelrufen begrüßt. Es gab Plakate mit „Alex“ darauf, der Name des SPD-Spitzenkandidaten wurde gerufen.

Gedämpfter Ton dominiert

In der Sendung „Rheinland-Pfalz wählt - das Duell“ blieb der Tonfall dann trotz inhaltlicher Differenzen durchgehend gedämpft. Es ging um Themen wie Bildung, Wirtschaft oder Verkehr. 

Sowohl Schweitzer als auch Schnieder kritisierten Mineralölkonzerne für den deutlichen Anstieg der Spritpreise stark, beim Thema Kommunalfinanzen gingen die Meinungen dann aber auseinander: Während Schweitzer betonte, dass die SPD-geführte Landesregierung die Kommunen entlastet habe, warf Schnieder seinem Gegenüber Versäumnisse vor, sieht strukturelle Probleme. 

Die Parteien mobilisieren ihre Anhänger. Hannes P. Albert/dpa

Die Parteien mobilisieren ihre Anhänger. Hannes P. Albert/dpa

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Etwas kontroverser wurde es, als es um Sonderurlaube für Landesbeamte ging. Hier ging Schnieder stärker in die Offensive, sagte, die Praxis der Landesregierung im Fall einer Beamtin, die beurlaubt für den SPD-Landesverband den Wahlkampf organisiert, sorge für mehr Politikverdrossenheit. Schweitzer betonte, alles sei rechtlich gedeckt und konterte mit einem nach seinem Dafürhalten ähnlichen Fall im CDU-geführten Kanzleramt.

Von hitzigen Auseinandersetzungen wie der in Baden-Württemberg um ein Video des dortigen CDU-Spitzenkandidaten Manuel Hagel aus dem Jahr 2018, in dem der von „rehbraunen Augen“ einer Schülerin schwärmt und das von der politischen Gegenseite aufgegriffen wurde, ist das Duell in Rheinland-Pfalz meilenweit entfernt. 

Zeitmessung und Schweitzer-Kommentar

Für einen Lacher sorgte Schweitzer, als der Moderator zwischenzeitlich die Redezeit der beiden Politiker verglich und der Ministerpräsident auf mehr Zeit kam. „Das passt schon“, kommentierte Schweitzer. Er schaute regelmäßig rüber, als sein Kontrahent sprach. Umgekehrt war das weniger der Fall, Schnieders Blick war zumeist konzentriert nach vorne gerichtet. 

Die beiden Spitzenkandidaten präsentieren ihre politischen Standpunkte.Hannes P. Albert/dpa

Die beiden Spitzenkandidaten präsentieren ihre politischen Standpunkte.Hannes P. Albert/dpa

© Hannes P. Albert/dpa

Dass die beiden Politiker eine durchaus wahrscheinliche Zusammenarbeit nach der Landtagswahl am 22. März - mit wem als Senior- und Juniorpartner auch immer - im Blick haben, zeigte sich beim gemeinsamen Fotoshooting vor dem Duell: Lächeln, ein direkter Blick und ein fester Händedruck. Auch nach dem einstündigen Schlagabtausch vor der Kamera drückten sich die Zwei, die per Du sind, ohne Groll die Hand. 

Fronten nicht verhärtet

Selbst während des Duells deutete sich an der ein oder anderen Stelle an, dass beide Seiten nach der Wahl zueinander finden könnten. Am System der umstrittenen Straßenausbaubeiträge, mit denen Anwohner auf kommunaler Ebene finanziell an Ausbau oder Sanierung von Straßen beteiligt werden, will Schweitzer nichts ändern. Schnieder möchte sie abschaffen, sagte aber auch: „Ein guter Demokrat muss über alle Dinge sprechen können.“

„Die Unterschiede waren erkennbar, aber nicht unüberbrückbar“, urteilte nach der Sendung der Trierer Politikwissenschaftler Uwe Jun. Schnieder habe sich angriffslustiger gezeigt, die Chance genutzt, seine Bekanntheit bei den Wählerinnen und Wählern in Rheinland-Pfalz auszubauen. 

Beide geben sich als bodenständig

In der Sendung präsentierten sich die Politiker, die beide im dunklen Anzug, weißem Hemd und Schlips vor die Kamera traten, gleich zu Beginn als bodenständige Typen. Der eine, Schweitzer, erinnerte daran, dass er Sohn eines Binnenschiffers ist. Es sei nicht selbstverständlich, dass er nun am Pult in dem Duell stehe. Sein Gegenüber Schnieder erzählte von seiner Vergangenheit als Ortsbürgermeister in der Vulkaneifel - „da gilt noch der Handschlag“, sagte Schnieder. 

Schnieder sagte zum Schluss: „Ich möchte jeden Tag hart für dieses Land arbeiten und ich kann zusagen: Sie können sich auf mich verlassen.“ Schweitzer betonte: „Wir haben den Wahlkampf ordentlich miteinander hinbekommen. Ich wünsche mir, dass es auch so bleibt, weil es sich gehört.“ Und dann ergänzte er: „Aber ich will Ihnen auch sagen, es geht auch am Ende darum, wer führt die Landesregierung.“

CDU und SPD liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen bei der Landtagswahl. Hannes P. Albert/dpa

CDU und SPD liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen bei der Landtagswahl. Hannes P. Albert/dpa

© Hannes P. Albert/dpa