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Wahl: Weiter Ost-West-Unterschiede - ebenso Außen und Innen

Nicht nur Innenstadt und Außenstadt unterscheiden sich: Frühere Trennungslinien in Berlin wirken weiter nach, so der Landeswahlleiter nach der Wahl.

21.09.2026

Die These, dass die Teilung Ost und West abgelöst worden sei durch ein Innen- und Außenmodell sei so nicht haltbar, sagte Landeswahlleiter Stephan Bröchler. Marvin Zubrod/dpa

Die These, dass die Teilung Ost und West abgelöst worden sei durch ein Innen- und Außenmodell sei so nicht haltbar, sagte Landeswahlleiter Stephan Bröchler. Marvin Zubrod/dpa

© Marvin Zubrod/dpa

Berlin ist nach den Wahlergebnissen keineswegs politisch nur in Innenstadt und Außenstadt geteilt, sondern weist nach Aussage von Landeswahlleiter Stephan Bröchler weiter Ost-West-Unterschiede auf. Das sei durchaus erkennbar, sagte Bröchler am Tag nach der Abgeordnetenhauswahl. 

In den Innenstadtbezirken lag meist die Linke durch ihre aktuellen Erfolge vor der Konkurrenz von Grünen und weiteren Parteien. Zugleich strahlte sie laut Bröchler etwas aus mit Erfolgen in einem Korridor nach Westen und Osten. In den meisten äußeren Bezirken und Wahlkreisen gewann im Westen allerdings die CDU und im Osten der Stadt die AfD. 

Die These, dass die Teilung Ost und West abgelöst worden sei durch ein Innen- und Außenmodell sei so nicht haltbar, sagte Bröchler. So ein Modell müsse man differenzierter betrachten. Frühere Trennungslinien lösten sich nicht so schnell einfach auf, sondern blieben auch wirksam. 

Es gebe also weiterhin eine Korrelation der Ergebnisse mit der früheren Trennung in Ost und West. Auch Alter, Bildungsgrad und Geschlecht seien Einflussfaktoren, die nicht von der Geografie der Stadt abhingen.

Bröchler zeigte sich zufrieden, dass es - abgesehen von kleineren Vorkommnissen wie fehlenden Hausmeistern mit Schlüsseln und kurzen Stromausfällen - keine größeren Pannen gegeben habe. In 6 Bezirken hätten insgesamt 20 Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren zunächst nicht wählen können, da die Vorstände in den Wahllokalen sie ablehnten, weil sie nicht volljährig waren. Bei einem 16-Jährigen habe sich die Mutter dann beschwert. 

Letztlich seien die Verantwortlichen aber aktiv geworden und hätten die Betroffenen in 14 Fällen noch erreicht, so dass sie wählen konnten. Verwundert zeigte sich Bröchler trotzdem, weil es gründliche Schulungen gegeben habe. „Das wäre wirklich nicht nötig gewesen.“