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Wagenknecht kontert Austritte: „Mieses Spiel“ in Thüringen

Richtungsstreit, Austritte und ein geplanter Sonderparteitag: Wie Parteichefin Wagenknecht auf die jüngsten Entwicklungen in Thüringen reagiert.

03.09.2026

In Thüringen haben drei BSW-Mitglieder Fraktion und Partei verlassen - und setzen damit Parteigründerin Sahra Wagenknecht unter Druck. Jan Woitas/dpa

In Thüringen haben drei BSW-Mitglieder Fraktion und Partei verlassen - und setzen damit Parteigründerin Sahra Wagenknecht unter Druck. Jan Woitas/dpa

© Jan Woitas/dpa

Partei-Gründerin Sahra Wagenknecht hat die Austritte von drei BSW-Abgeordneten im Landtag von Thüringen als Versuch gewertet, der Partei vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zu schaden. „Das Ziel dieser Austritte ist ja, uns zu schaden“, sagte Wagenknecht der Deutschen Presse-Agentur am Rande eines Wahlkampfauftritts in Halle (Saale).

Bei einigen der ausgetretenen Mitglieder habe man schon länger den Eindruck gehabt, dass sie der CDU näher gestanden hätten als dem BSW. Sie hoffe, dass die Wähler „erstens dieses miese Spiel durchschauen, aber zweitens auch sehen, dass eben in Thüringen jetzt auch eine Klärung stattfindet“. 

„In Thüringen haben wir einen großen Fehler gemacht“

Sehr junge Parteien hätten immer auch Probleme, betonte Wagenknecht. Die Grünen und auch die AfD hätten am Anfang auch „Chaos-Truppen als Erstes in die Parlamente geschickt“. Im Vergleich dazu sei das BSW relativ stabil. „In Thüringen haben wir große Fehler gemacht, das hat uns auch viel Glaubwürdigkeit gekostet.“ Aber Thüringen sei nur ein Landesverband von 16. Am Mittwoch waren drei BSW-Politiker in Thüringen aus der Landtagsfraktion und der Partei ausgetreten.

Damit schrumpft die Fraktion der mitregierenden Partei von 15 auf 12 Mitglieder. Die Abgeordneten begründeten ihren Schritt mit Protest gegen die Einmischung der Bundespartei um Sahra Wagenknecht. Hintergrund ist ein Richtungsstreit über die Beteiligung des BSW an der sogenannten Brombeer-Koalition mit CDU und SPD sowie über den von der Bundesspitze geforderten Kurswechsel in Thüringen. Ein Sonderparteitag soll den Konflikt klären.