Waffe bei Kontrolle auf Kopf gerichtet: Polizist angeklagt
Ein Ermittler stoppt ein Auto - der Beamte vermutet, dass es sich dabei um ein sogenanntes Koks-Taxi handelt. Dann soll er seine Waffe gezückt haben. Das hat für ihn schwerwiegende Folgen.
Die Staatsanwaltschaft hat einen Polizisten angeklagt, der seine Waffe bei einer Kontrolle unzulässig eingesetzt haben soll. (Symbolbild) Fabian Sommer/dpa
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Bei einer Kontrolle soll ein Berliner Polizist mit seiner Waffe auf den Kopf eines Verdächtigen gezielt haben. Die Staatsanwaltschaft sieht darin einen Fall von Nötigung, sie hat den 53-Jährigen angeklagt, wie sie mitteilte. Der Beamte soll sich vor dem Amtsgericht Tiergarten für sein Verhalten verantworten.
Den Ermittlungen nach war der Polizist am 12. November 2022 im Streifendienst in Zivil unterwegs. Dabei fiel ihm ein Auto auf. Der Beamte vermutete, es könne sich um ein sogenanntes Koks-Taxi handeln. Er stoppte den Wagen am Mariendorfer Damm, um den Fahrer zu kontrollieren.
Als der 34-Jährige anhielt, soll der Polizist zunächst mit seiner Waffe durch das geöffnete Fenster seines Wagens auf den Kopf des Verdächtigen gezielt haben. Dann soll er zur Fahrertür des gestoppten Autos gegangen und dessen Tür geöffnet haben, während er weiterhin die Waffe auf den Kopf des 34-Jährigen richtete.
Das Vorhalten der Dienstwaffe soll laut Anklage weder gerechtfertigt noch mit den dienstlichen Richtlinien zum Einsatz von Schusswaffen vereinbar gewesen sein. Wie es von der Staatsanwaltschaft hieß, wurde in dem Auto nichts Verdächtiges gefunden.