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Wadephul lobt deutsch-dänisches Minderheitenmodell

Grenzen beschäftigen Außenminister Wadephul oft in Konflikten wie dem Krieg in der Ukraine. Beim Deutschen Tag in Tinglev sprach der Außenminister über ein ganz anderes Grenz-Erlebnis.

07.11.2026

Der Minister lobte das Zusammenleben in der Grenzregion und den Umgang mit den Minderheiten.Markus Scholz/dpa

Der Minister lobte das Zusammenleben in der Grenzregion und den Umgang mit den Minderheiten.Markus Scholz/dpa

© Markus Scholz/dpa

Außenminister Johann Wadephul hat das Zusammenleben auf beiden Seiten der deutsch-dänischen Grenze und das Wirken der jeweiligen Minderheiten als herausragend gelobt. Er erzähle überall, wo er in Europa hinkomme, von der Erfolgsgeschichte, sagte der CDU-Politiker beim traditionellen Tag der deutschen Minderheit in Dänemark in Tinglev. 

Es gebe praktisch kein anderes Beispiel, wo Minderheitenpolitik so selbstverständlich gelebt werde und wo man treuer Staatsbürger des jeweils anderen Landes sei, aber seine jeweilige Identität bewahre.

Grenzen gehörten für ihn als Außenminister zu seiner täglichen Arbeit. „Da geht es aber selten um so schöne Anlässe wie jetzt hier.“ Er nannte etwa den Südpazifik, „wo China Seegrenzen anders definieren möchte, als es die bisherige international akzeptierte Ordnung vorsieht“. Oder die Ukraine, wo Russland versuche, Grenzen auf brutalste Weise gewaltsam zu verschieben.

Grenzziehung  nachVolksabstimmungen 

Rund 15.000 Menschen fühlen sich der deutschen Minderheit in Dänemark angehörig. Markus Scholz/dpa

Rund 15.000 Menschen fühlen sich der deutschen Minderheit in Dänemark angehörig. Markus Scholz/dpa

© Markus Scholz/dpa

Der Deutsche Tag ist eine der wichtigsten Feiern des Bundes Deutscher Nordschleswiger und der deutschen Minderheit in Nordschleswig. Er wird jedes Jahr am ersten Samstag im November gefeiert.

Die Minderheiten im deutsch-dänischen Grenzgebiet entstanden, nachdem 1920 die Grenze nördlich von Flensburg und südlich von Tønder (Tondern) nach Volksentscheiden neu gezogen wurde. 

Heute fühlen sich etwa 15.000 Menschen der deutschen Minderheit und rund 50.000 der dänischen Minderheit angehörig. Exakte Zahlen gibt es nicht, denn es gilt das Prinzip: Minderheit ist, wer will. Das Recht, sich zu einer nationalen Minderheit zu bekennen, darf von Amts wegen nicht nachgeprüft werden. 

Die Minderheiten haben ihre eigenen kulturellen Einrichtungen, Schulen und Kindergärten, Kirchen, Angebote für Senioren und politische Parteien. Zudem arbeiten Minderheiten und Mehrheiten gemeinsam daran, die Region zu stärken.