dpa

Wadephul gelassen nach Trump-Drohung mit Truppenabzug

Der deutsche Außenminister sieht in den Äußerungen des US-Präsidenten zu den US-Truppen in Deutschland keine große Neuigkeit. Die großen US-Standorte auch im Südwesten hält er nicht für gefährdet.

30.04.2026

Bei der Pressekonferenz von Außenminister Johann Wadephul (l., CDU) mit seinem marokkanischen Kollegen Nasser Bourita in der Hauptstadt Rabat geht es auch um die Drohung von US-Präsident Donald Trump mit einem Abzug der US-Truppen aus Deutschland.Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Bei der Pressekonferenz von Außenminister Johann Wadephul (l., CDU) mit seinem marokkanischen Kollegen Nasser Bourita in der Hauptstadt Rabat geht es auch um die Drohung von US-Präsident Donald Trump mit einem Abzug der US-Truppen aus Deutschland.Sebastian Christoph Gollnow/dpa

© Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Außenminister Johann Wadephul reagiert gelassen auf die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, eine Reduzierung der US-Truppen in Deutschland zu prüfen. „Wir sind darauf eingestellt“, sagte der CDU-Politiker bei einem Treffen mit seinem marokkanischen Kollegen Nasser Bourita in der Hauptstadt Rabat. Man spreche eng und vertrauensvoll in den Nato-Gremien darüber und erwarte dazu US-Entscheidungen. Diese müssten „wie es sich gehört unter Alliierten, unter Partnern, mit uns und mit anderen besprochen werden“, sagte Wadephul.

Stuttgart ist Standort von EUCOM und AFRICOM und damit Sitz von zwei zentralen Kommandoeinrichtungen der US-Streitkräfte in Europa. Insgesamt leben und arbeiten nach städtischen Angaben mehr als 20.000 amerikanische Militärangehörige, zivile Beschäftigte, Mitarbeitende von Dienstleistungsunternehmen sowie deren Familienangehörige in Stuttgart und der Region. „Deutschland braucht die Vereinigten Staaten und die Vereinigten Staaten brauchen Europa“, sagte Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU). 

Trumps Ankündigung nach dessen Kritik an Kanzler Merz 

Was man von Trump gelesen habe, sei „die Ankündigung einer Überprüfung“, sagte Wadephul. Dies sei nichts Neues. Dass sich die USA mehr auf den pazifischen Raum und China konzentrieren würden, werde von verschiedenen US-Administrationen seit längerer Zeit formuliert. „Ich sehe dem mit Gelassenheit entgegen.“ Weil man mehr Sicherheitsverantwortung übernehmen müsse, unternehme man Anstrengungen zur Verstärkung der Bundeswehr und des europäischen Pfeilers der Nato. Dies werde die Amerikaner in gewisser Weise auch entlasten. 

Die Ankündigung Trumps folgt auf die deutliche Kritik des Präsidenten an Kanzler Friedrich Merz (CDU), weil dieser sich kritisch über die US-Offensive gegen den Iran geäußert hatte.

Wadephul sieht große US-Standorte in Deutschland nicht gefährdet

Wadephul sieht die großen US-Standorte in Deutschland durch die Aussagen von Trump nicht infrage gestellt. Die Air Base in Ramstein habe für die „USA und für uns“ eine unersetzliche Funktion. Das gelte auch für das US-Krankenhaus in Landstuhl oder den Truppenübungsplatz in Grafenwöhr. Auch das Hauptquartier in Stuttgart sei eine wichtige militärische Einrichtung.