Vorwurf Drogenhandel: zwei Brüder vor Gericht
Zwei Brüder sollen als Teil einer Bande mit etlichen Kilogramm Kokain gehandelt haben. Die Verteidigung sieht das ganz anders.
Weil sie laut Anklage bandenmäßig mit Drogen gehandelt haben soll, müssen sich zwei Männer vor dem Landgericht Erfurt derzeit verantworten. (Archivbild) Martin Schutt/dpa
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Weil sie im großen Stil und teilweise als Bande mit Kokain und Amphetamin gehandelt haben sollen, sind zwei Brüder am Landgericht Erfurt angeklagt. Die beiden Männer sollen laut Anklage mindestens seit Sommer 2025 bis Anfang 2026 in Erfurt und Umgebung mit mehreren Kilogramm der Drogen Handel betrieben haben.
Dabei soll der ältere, 50 Jahre alte Bruder im Hintergrund eine entscheidende Rolle eingenommen haben, in dem er etwa Drogen bestellt und Preise verhandelt haben soll, wie es bei der Anklageverlesung hieß. Sein 44 Jahre alter Bruder soll für ihn demnach als „Handlanger“ etwa Lieferungen angenommen und abgeholt sowie Drogen an Abnehmer abgegeben haben. Zudem sollen zwei weitere Männer Teil der Bande gewesen sein. Zu diesen gehört auch ein Mann, dessen Garage in Erfurt als Drogenbunker genutzt worden sein soll.
Verteidiger: „Zum Paten von Thüringen hochstilisiert“
Zum Prozessbeginn äußerten sich die Männer selbst nicht. Der Verteidiger des Älteren, Endrik Wilhelm, zog die Anklagepunkte jedoch in Zweifel: Kaum ein Vorwurf gegen seinen Mandanten sei haltbar, so habe etwa zu keinem Zeitpunkt eine Bande bestanden. „Die Staatsanwaltschaft Gera hat beschlossen, meinen Mandanten zum „Paten von Thüringen“ hochzustilisieren“, echauffierte er sich. Allein bei einem Anklagepunkt bestünde ein nachvollziehbarer Verdacht. Dazu werde sich sein Mandant zu einem späteren Zeitpunkt äußern.
Auch die Verteidigerin des jüngeren Angeklagten legte dar, dass die Vorwürfe aus ihrer Sicht wenig Substanz hätten. Sie stellte aber in Aussicht, dass ihr Mandant sich ebenfalls zu einem späteren Zeitpunkt einlassen werde. Gleichzeitig verwies sie auf eine anstehende Operation des 44-Jährigen, die einen möglicherweise längeren Reha-Aufenthalt nach sich ziehe. Gegebenenfalls müsse die Verhandlung für ihn dann ausgesetzt werden, so der Vorsitzende Richter.
Diskussionen über den weiteren Verlauf des Prozesses gab es zwischen Verteidigung und Gericht. Dabei ging es um die Frage, in welcher Form etwa Polizeidokumente wie Überwachungsprotokolle in die Verhandlung eingeführt werden sollten. Verhandlungstermine sind bislang bis Anfang Dezember geplant.