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Von Istanbul nach Hessen: Neue Gastprofessur für Demokratie

In krisenreichen Zeiten will Hessen die Demokratieforschung stärken. Ein Politologe aus einem Land, das die Opposition unterdrückt, soll Erfahrungen einbringen - mit Forschung und Veranstaltungen.

16.07.2026

Die Frankfurter Paulskirche ist Namensgeberin für eine neue Professur zur Demokratieforschung in Wiesbaden. SymbolbildBoris Roessler/dpa

Die Frankfurter Paulskirche ist Namensgeberin für eine neue Professur zur Demokratieforschung in Wiesbaden. SymbolbildBoris Roessler/dpa

© Boris Roessler/dpa

Hessen will die Demokratie auch mit Hilfe der Wissenschaft widerstandsfähiger gegen Extremismus machen: Der türkische Politologe Volkan Çidam erhält als erster Experte die neue „Paulskirchen Professur für Demokratieforschung“. Vom kommenden Wintersemester an kann der Demokratietheoretiker ein Jahr lang an der Hochschule RheinMain in Wiesbaden forschen und lehren, wie das Wissenschaftsministerium mitteilte. 

Dies sei Teil des Landesprogramms zur Stärkung der Demokratieforschung in Hessen. Für die neue Professur stünden bis zu 330.000 Euro pro Jahr bereit - für den Gastforscher, aber auch für ein wissenschaftliches und in die Bürgergesellschaft reichendes Rahmenprogramm. 

Staatliche Repressionen in der Heimat

Wissenschaftsminister Timon Gremmels (SPD) erklärte mit Blick auf den Namen der neuen Forschungsstelle in Wiesbaden: „In der Frankfurter Paulskirche wurden vor knapp 180 Jahren die Grundlagen für unsere parlamentarische Demokratie gelegt.“ Der Politologe Çidam setze sich für Frieden und Demokratie in der Türkei ein, dabei schreckten ihn auch die häufig damit einhergehenden staatlichen Repressionen nicht ab. 

Der Politikwissenschaftler lehrte laut Wissenschaftsministerium bis Ende 2025 an einer Universität in Istanbul. Promoviert worden sei er einst an der Goethe-Universität Frankfurt. Für die Wirkung nach außen bei seiner neuen Professur denke Çidam etwa an ein Demokratiefestival und ein Gesprächsforum.