Voigts Doktortitel: AfD-Gutachten von Plagiatsjäger
Die TU Chemnitz entzog Thüringens Regierungschef seinen Doktortitel. Dagegen klagt Mario Voigt. Während des laufenden Verfahrens will die AfD ein bezahltes Gutachten vorstellen. Guter Stil?
Die AfD will zur Dissertation von Regierungschef Mario Voigt (CDU) ein Gutachten eines Plagiatsjägers vorlegen.Martin Schutt/dpa
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Während das juristische Verfahren um den entzogenen Doktortitel von Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) läuft, will die AfD-Fraktion ein Gutachten eines Plagiatsjägers vorlegen. „Neues Gutachten belastet Mario Voigts Doktorarbeit schwer“, heißt es in der Einladung zu der Präsentation durch Fraktionschef Björn Höcke und den österreichischen „Plagiatsjäger“ und Kommunikationswissenschaftler Stefan Weber am kommenden Mittwoch in Erfurt. Kritik an dem Vorgehen der AfD kam von Vertretern der anderen vier Landtagsfraktionen.
AfD-Fraktionsvize Daniel Haseloff sagte in der Landespressekonferenz, dass seine Fraktion das Gutachten in Auftrag gegeben und bezahlt habe. Es gehe seiner Fraktion um den Inhalt der von der Technischen Universität Chemnitz beanstandeten Dissertation von Voigt, darum, „wie der Ministerpräsident tickt“ sowie „charakterliche Züge“, so Haseloff. Einfluss auf das von Voigt in Aussicht gestellte Verwaltungsgerichtsverfahren gegen den Entzug des Doktortitels wolle die AfD nicht nehmen.
CDU spricht von Schmutzkampagne gegen Voigt
CDU-Fraktionschef Andreas Bühl bezeichnete das Agieren der AfD-Fraktion als bezeichnend. Sie lasse ihre Maske fallen. Möglicherweise werde nun klar, „wer der Initiator der Vorwürfe“ gegen Voigt sein könnte, so Bühl. Er sprach von einer Schmutzkampagne während eines laufenden rechtsstaatlichen Verfahrens. Kritik am Vorgehen der AfD kam auch von den CDU-Koalitionspartnern BSW und SPD.
Es handele sich um ein Manöver der AfD, „um für Aufregung zu sorgen“, sagte die BSW-Fraktionsvorsitzende Sigrid Hupach. Dass der Plagiatsjäger von der AfD bezahlt wurde, spreche für sich, betonte SPD-Fraktionschef Lutz Liebscher. Der Vorsitzende der Linke-Fraktion, Christian Schaft, äußerte, die Präsentation wirke wie eine „lächerliche PR-Aktion“.
Die Technische Universität Chemnitz hatte vor mehreren Wochen Thüringens Regierungschef den Doktortitel nach einer Prüfung seiner Arbeit entzogen. In einzelnen Passagen soll er unsauber gearbeitet haben. Der CDU-Politiker legte dagegen Widerspruch ein und will, wenn nötig, auch gerichtlich gegen die Entscheidung vorgehen. „Der wissenschaftliche Kern meiner Arbeit ist von den Vorwürfen nicht betroffen“, hatte Voigt erklärt.