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„Einfach nur beängstigend“ - Langscheid kämpft gegen Brand

Sieben Menschen sind bei dem Feuer verletzt worden. Stundenlang war nicht klar, ob Ortschaften geräumt werden müssen. In der Gegend macht sich neben der Sorge aber vor allem eins breit: Solidarität.

14.08.2026

Es brennen etwa 50 Hektar.Thomas Frey/dpa

Es brennen etwa 50 Hektar.Thomas Frey/dpa

© Thomas Frey/dpa

Vorsichtiges Aufatmen bei Feuerwehr und Anwohnern: Stundenlang hatte ein großer Wald- und Wiesenbrand bei Langscheid im Landkreis Mayen-Koblenz die Region beschäftigt, am frühen Abend kam dann die Entwarnung der Feuerwehr: Das zwischenzeitlich auf 50 Hektar angewachsene Feuer sei „weitestgehend unter Kontrolle“. Allerdings wurden bei dem Einsatz sieben Feuerwehrleute leicht verletzt. 

Hubschrauber kämpfen gegen das Feuer.Thomas Frey/dpa

Hubschrauber kämpfen gegen das Feuer.Thomas Frey/dpa

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Die drohende Evakuierung der Ortschaften Langenfeld und Arft war ebenfalls am Abend vom Tisch - eine Erleichterung für die rund 900 Bewohnerinnen und Bewohner. „Gott sei Dank mussten wir diese Maßnahmen nicht umsetzen“, sagte Rainer Nell, Brand- und Katastrophenschutzinspekteur des Kreises. 

In dem etwas abgelegeneren Ortsteil Netterhöfe dagegen mussten zwischenzeitlich 20 bis 25 Gebäude evakuiert werden, „weil doch das Feuer sehr nah an die Häuser rangekommen ist und uns die Lage zwischenzeitlich dazu gezwungen“ habe.

Der Kampf gegen das Feuer hatte gegen 11.00 Uhr am Vormittag begonnen, wie ein Pressesprecher des Landkreises Mayen-Koblenz sagte. Für Hunderte Einsatzkräfte mit zwei Hubschraubern folgten Stunden größter Anstrengung und Vorsicht. 

In einer Warnmeldung hieß es dann am Nachmittag vorbeugend: „Bereiten Sie sich auf eine Evakuierung der Ortschaften Langenfeld und Arft vor.“ Diese vorbereitende Maßnahme wurde auch mit Blick auf die schwierige Wetterlage getroffen: „Aktuell haben wir mit der Wetterlage zu tun, beziehungsweise müssen sie beobachten, weil die Brände immer wieder drehen“, erläuterte Kreissprecher Damian Morcinek.

Die Bewohner wurden in der vorsorglichen Warnung aufgefordert, „nur das Nötigste für 2-3 Tage außer Haus“ mitzunehmen und den Anweisungen der Einsatzkräfte und des Ordnungsamtes zu folgen. Außerdem baten die Einsatzkräfte, älteren und hilfsbedürftigen Personen zu helfen sowie auf Lautsprecherdurchsagen zu achten.  

Verbrannter Geruch und „verschiedene Feuerfronten“

Über dem Gebiet waren auch von weiter weg Hubschrauber zu sehen und zu hören. In regelmäßigen Abständen flogen sie mit Löschbehältern über die Fläche. Die Sonne knallte und es waren kaum Wolken am Himmel. Am Abend, als die Sonne schon tiefer stand, legte sich eine Art weißer Film über die Landschaft. Die heiße und trockene Luft roch verbrannt.

Man arbeite an verschiedenen Feuerfronten, sagte Michael Hartung, stellvertretender Wehrleiter der Verbandsgemeinde Brohltal, am frühen Abend. Es gebe aber permanent Glutnester. Auch in der Nacht soll das Areal weiter überwacht werden.

50 Hektar Brand, sieben Verletzte

Nach Morcineks Angaben brannte schätzungsweise 50 Hektar Fläche. Zunächst war wegen der unübersichtlichen Lage und der starken Rauchentwicklung von bis zu 500 Hektar die Rede gewesen. 

Sieben Menschen wurden demnach verletzt, einer von ihnen habe Brandverletzungen erlitten. Der leitende Notarzt des Landkreises Mayen-Koblenz, Mario Klingbeil, sagte, von den Verletzten seien vier in ein Krankenhaus gebracht worden. Die Feuerwehrkräfte litten unter leichten Brandverletzungen, einer Verletzung durch Umknicken und Hitzeerschöpfungen.

Etwa 300 Kräfte waren im Einsatz. Einer von ihnen war auch der Ortsbürgermeister von Arft, Markus Thiel. Er zeigte sich geschockt: „Es ist einfach nur beängstigend. Beängstigend – das ist die Verniedlichung von dem, was man hier sieht. Irgendwie gibt es keine Worte dafür. Nur ergreifend.“

Mit dem Feuer war eine massive Rauchentwicklung einhergegangen. Betroffen waren insbesondere die Bereiche Langenfeld, Hohenleimbach, Arft, Netterhöfe, Hausten und Morswiesen, so der Kreis. Die Bevölkerung war gebeten worden, Fenster und Türen geschlossen zu halten und Lüftungen und Klimaanlagen abzuschalten. 

Ein Anwohner aus Langenfeld, der gerade mit seinem Hund Gassi ging, fragte sich, ob alle seine Nachbarn schon geflohen seien. Er sei unsicher, ob er bleiben könne. Angst habe er jedoch nicht. Er sagte, er vertraue der Feuerwehr.

Große Hilfsbereitschaft und viele Spontanhelfer

Neben der Anstrengung und Sorge führt der Brand aber auch zu großer Hilfsbereitschaft. Über soziale Netzwerke wie Facebook meldeten sich zahlreiche Menschen und boten etwa an, wasserführende landwirtschaftliche Fahrzeuge zu organisieren, den Rettungskräften Getränke zu bringen oder sich anderweitig behilflich zu machen. Auch Unterbringungsmöglichkeiten für Menschen mit Hunden oder für Pferde wurden angeboten. 

Die Einsatzleitung bedankte sich am Abend „bei allen Spontanhelferinnen und Spontanhelfern“, die ihre Unterstützung angeboten oder vor Ort geholfen haben. Aktuell würden jedoch keine weiteren Freiwilligen vor Ort benötigt. „Die Bevölkerung wird daher gebeten, nicht eigenständig in das Einsatzgebiet zu kommen. Dies hilft den Einsatzkräften dabei, die Zufahrts- und Rettungswege freizuhalten und die laufenden Maßnahmen koordiniert durchzuführen“, hieß es. Der Landrat Marko Boos und die Einsatzleitung wandten sich auch per Video an die spontanen Helferinnen und Helfer und sagten, sie hätten die Kontaktdaten notiert und würden sich bei Bedarf melden.

„Wir sind sehr dankbar für alle, die bereits mit angepackt und die Einsatzkräfte unterstützt haben. Die große Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung ist ein wichtiges Zeichen des Zusammenhalts“, hieß es von der Behörde.

Der Kampf gegen Glutnester und gegen ein mögliches erneutes Aufflammen soll auch am Samstag fortgesetzt werden. Die Einsatzkräfte sind jedoch optimistisch, dass im Laufe des Samstags der Einsatz abgeschlossen werden kann.

Viele Einsatzkräfte kämpfen gegen einen Wald- und Wiesenbrand.Thomas Frey/dpa

Viele Einsatzkräfte kämpfen gegen einen Wald- und Wiesenbrand.Thomas Frey/dpa

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Die Einsatzkräfte loben die Solidarität der Menschen vor Ort.Thomas Frey/dpa

Die Einsatzkräfte loben die Solidarität der Menschen vor Ort.Thomas Frey/dpa

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 „Es ist einfach nur beängstigend“, sagt der Ortsbürgermeister. Thomas Frey/dpa

„Es ist einfach nur beängstigend“, sagt der Ortsbürgermeister. Thomas Frey/dpa

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