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Viel Streusalz in Brandenburg - Gurkenwasser als Lösung?

Der Winter in Brandenburg hält an. 90 Prozent des eingelagerten Streuguts beim Landesbetrieb sind bereits aufgebraucht. Und nun? Gibt es genug Nachschub?

31.01.2026

Glatte Straßen müssen gestreut werden. Der Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg ist für den Winterdienst auf Bundes- und Landstraßen, aber auch Radwegen zuständig. (Archivbild)Patrick Pleul/dpa/ZB

Glatte Straßen müssen gestreut werden. Der Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg ist für den Winterdienst auf Bundes- und Landstraßen, aber auch Radwegen zuständig. (Archivbild)Patrick Pleul/dpa/ZB

© Patrick Pleul/dpa/ZB

Im Winterdienst in Brandenburg hat das Land schon jetzt weit mehr Salz gestreut als im ganzen vorherigen Winter. Bisher seien bereits rund 90 Prozent der eingelagerten 35.000 Tonnen Streugut verbraucht, sagte die Sprecherin des Landesbetriebs Straßenwesen, Dorothée Lorenz. „Das ist ein großer Unterschied zu den letzten Jahren.“ Im Winter 2024/2025 reichten nach Angaben des Landesbetriebs insgesamt knapp 20.000 Tonnen zum Streuen.

Genug Streugut im Vorrat

Der Landesbetrieb befürchtet keine Knappheit an Streugut. Der Winterdienst in Brandenburg sei aktuell gut aufgestellt, sagte die Sprecherin. Das Salz, mit dem die Wege von Glätte befreit würden, werde regelmäßig nachgeliefert. „Es würde nur knapp werden, wenn wir viele von diesen Extrem-Wetterlagen hätten.“ Dann müssten je nach Verkehrsaufkommen Prioritäten gesetzt werden.

Bisher keine größeren Unfälle

Trotz Schnee und Eisglätte gab es zum Start des Wochenendes in Brandenburg bisher keine größeren Unfälle mit Schwerverletzten. Vielerorts ist es allerdings auf den Straßen spiegelglatt. Auf einer Auffahrt auf die Autobahn 2 bei Ziesar an der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt kam ein Reisebus mit rund 40 Fahrgästen laut Polizei von der Fahrbahn ab. Ein Mann wurde verletzt.

Speisesalz kommt auf die Straßen 

Der Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg ist für den Winterdienst auf Bundes- und Landstraßen sowie auf Radwegen zuständig. Fürs Streuen wird pro Quadratmeter ungefähr so viel Salz verwendet, wie es üblich für ein gekochtes Ei ist. Dabei nutzt der Landesbetrieb handelsübliches Speisesalz, das den Gefrierpunkt senkt und den Schnee und das Eis schmelzen lässt. Das Tausalz verhindert weiteres Gefrieren und löst sich von allein auf.

Salzen oder nicht salzen

Salz gilt als besonders effektives Streumittel. Umweltschützer warnen allerdings vor der Verwendung. Nach Ansicht der Umweltorganisation BUND schadet Salz den Böden, Pflanzen, Tieren und Gewässern. Das Land Berlin setzt inzwischen auch kurzfristig auf Streusalz auf Gehwegen. In Brandenburg entscheiden die Kommunen über die Verwendung. In Potsdam ist der Einsatz nur in Ausnahmefällen wie bei Eisregen und an besonders gefährlichen Stellen erlaubt. Dazu gehören Treppen oder sehr steile Wege.

Streugut aus dem Gurkenglas?

Als Alternativen zu Tausalz gelten Granulat, Sand, Kies, Sägespäne – und ein ungewöhnlicher Helfer: In Niederbayern setzt der Winterdienst Gurkenwasser als Abfallprodukt eines Gurkenverarbeiters im Kampf gegen die Glätte ein und spart so tonnenweise Streusalz. Auch der Flughafen München verwendet Gurkenwasser als Salzersatz.

Könnte Gurkenwasser auch in Brandenburg – bekannt für seine Spreewaldgurken – ein Straßenretter werden? Das Wasser müsse vor der Verwendung als Streumittel aufbereitet werden, sagte die Sprecherin des Landesbetriebs. „Leider ist das nicht wirtschaftlich für uns.“ Die Gurkenhersteller müssten das selbst übernehmen.

Der Gurkenhersteller Spreewaldkonserve in Golßen („Spreewaldhof“) erklärte, das Wasser seiner Gurken eigne sich nicht zum Streuen. Der Salzgehalt sei zu gering. „Das würde bei unserem Wasser nicht funktionieren“, bedauerte eine Sprecherin des Unternehmens.

Bleiben die Straßen glatt?

Der Deutsche Wetterdienst prognostiziert für Sonntag und Montag weiter frostige Tage mit Höchstwerten von minus vier Grad tagsüber und Tiefsttemperaturen nachts von bis zu minus 12 Grad in der Uckermark. Zunächst soll es trocken bleiben. In der Nacht zum Montag sei lokal etwas Schnee möglich.