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Verschleppte Polizist Ermittlungen? Berufung eingelegt

Weil er nach Überzeugung eines Gerichts Ermittlungen verschleppt hat, sollte ein Polizist eine Geldstrafe zahlen. Doch weder er noch die Staatsanwaltschaft sind mit dem Urteil einverstanden.

06.02.2026

Wegen der Verschleppung von Ermittlungsverfahren hat das Amtsgericht Greifswald einen Polizisten verurteilt. Nun wurde aber Berufung eingelegt. (Archivbild)Stefan Sauer/dpa

Wegen der Verschleppung von Ermittlungsverfahren hat das Amtsgericht Greifswald einen Polizisten verurteilt. Nun wurde aber Berufung eingelegt. (Archivbild)Stefan Sauer/dpa

© Stefan Sauer/dpa

Die mutmaßliche Verschleppung von Ermittlungsverfahren durch einen Polizisten in seinem Dienst auf Usedom hat trotz der Verurteilung vor einer Woche ein weiteres Nachspiel. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch der Verteidiger des Angeklagten haben jeweils Berufung gegen das Urteil eingelegt, wie eine Sprecherin des Amtsgerichts Greifswald mitteilte.

Das Gericht hatte den zum Prozessauftakt 54-Jährigen in vier Fällen der Strafvereitelung im Amt für schuldig befunden und ihn zu einer Geldstrafe von 10.500 Euro verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte ihn in 52 Fällen angeklagt. In 48 Fällen war ein Freispruch erfolgt.

Breitgefächerte Fälle

Laut Anklage soll der Mann in seiner Zeit als Mitarbeiter der Polizeidienststelle Heringsdorf zwischen 2020 und 2023 zahlreiche Ermittlungsverfahren verschleppt haben. Laut Medienberichten ging es um breitgefächerte Fälle wie Drogendelikte, Betrug wegen Mietmängeln in einer Ferienwohnung, Diebstahl oder Verstöße gegen das Waffengesetz. Er selbst und ehemalige Kollegen hätten von Überlastung gesprochen.

Laut Amtsgericht war gegen ihn bereits im Oktober 2025 ein Strafbefehl erlassen worden, der eine Freiheitsstrafe von neun Monaten auf Bewährung vorsah. Der Mann hatte allerdings Einspruch eingelegt, weshalb es zur Verhandlung gekommen war. 

Zum weiteren Ablauf schrieb die Sprecherin des Amtsgerichts: „Das Verfahren wird in der zweiten Instanz in der Berufungsverhandlung beim Landgericht Stralsund verhandelt.“