Verhandlung nach Irrfahrt mit Verletzten in Gießen startet
Die Ermittler vermuten eine akute Psychose als Auslöser - jetzt beginnt die Verhandlung gegen einen Mann, der bei einer Autofahrt in Gießen Ende 2025 mehrere Menschen verletzt haben soll.
Durch die Irrfahrt im Dezember vergangenen Jahres sollen mehrere Menschen verletzt worden sein. (Archivbild)Sascha Ditscher/dpa
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Nach der Irrfahrt eines Autofahrers mit Verletzten im Dezember vergangenen Jahres in Gießen beginnt am Mittwoch nächster Woche (2. September) die Hauptverhandlung im Sicherungsverfahren gegen den Mann vor dem Landgericht Gießen. Die Gießener Staatsanwaltschaft will den Mann dauerhaft in einer Psychiatrie unterbringen lassen und hatte eine entsprechende Antragsschrift beim Landgericht eingereicht.
Dem Beschuldigten werden versuchter Mord, gefährliche Körperverletzung und gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr zur Last gelegt. Am Abend des 22. Dezembers soll der nicht vorbestrafte Mann zunächst in seinem Auto mit einem anderen Fahrzeug zusammengestoßen sein. Danach soll er auf die Gegenspur gewechselt und mit erhöhter Geschwindigkeit gezielt auf einen geparkten Wagen aufgefahren sein.
Dieses Fahrzeug soll durch den Aufprall in Richtung einer Bushaltestelle geschleudert worden sein und dort eine Passantin erfasst haben. Die Frau wurde schwer verletzt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, ihren Tod zumindest billigend in Kauf genommen zu haben.
Akute Psychose?
Der Mann soll seine Fahrt danach teils über den Gehweg fortgesetzt haben. Dabei soll er zwei weitere Menschen leicht verletzt haben. Anschließend soll er noch gegen ein geparktes Auto geprallt sein. Schließlich wurde er festgenommen.
Die Staatsanwaltschaft geht aufgrund sehr umfangreicher Ermittlungen, bei denen zahlreiche Zeugen befragt, Datenträger und Handys ausgewertet wurden, davon aus, dass eine „akute Psychose aus dem schizophrenen Formenkreis“ die Tat ausgelöst haben dürfte. Hinweise auf eine politisch motivierte oder terroristische Straftat hatten sich nicht ergeben.