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Vergewaltigung in Halle? Kein Haftantrag gegen Jugendliche

Erste Informationen ließen vermuten, dass sich Jugendliche in Halle an mehreren Mädchen vergangen haben. Ermittlungen zeigen nun, dass sich der Fall doch anders darstellt als zunächst gedacht.

15.06.2026

Die Staatsanwaltschaft in Halle will keinen Haftantrag stellen. (Symbolbild)Peter Steffen/dpa

Die Staatsanwaltschaft in Halle will keinen Haftantrag stellen. (Symbolbild)Peter Steffen/dpa

© Peter Steffen/dpa

Nach Vorwürfen der Vergewaltigung gegen mehrere Jugendliche in Halle will die Staatsanwaltschaft keinen Haftantrag stellen. „Anders als zunächst angenommen, gehen wir nach jetzigem Stand der Ermittlungen davon aus, dass es sich um ein freiwilliges Zusammentreffen der Personen handelt“, sagte Oberstaatsanwalt Dennis Cernota der Deutschen Presse-Agentur. Die Anwesenden hätten sich zum Teil vor dem Geschehen gekannt, in einem Fall seien sie verwandt. 

Der Fall war am Wochenende bekanntgeworden. Ersten Informationen der Polizei in der Stadt im Süden Sachsen-Anhalts nach waren vier Jugendliche im Alter von 13 und 16 Jahren vorläufig festgenommen worden, der 13-Jährige wurde wenig später wieder freigelassen. Ihnen wurde die Vergewaltigung von vier Mädchen vorgeworfen. 

Zwei der Mädchen waren am Samstag zur medizinischen Versorgung in ein Krankenhaus gebracht worden. Die zwei anderen wurden ambulant behandelt. Bei den Untersuchungen wurde laut Polizei auch überprüft, ob den Mädchen möglicherweise bewusstseinsbeeinflussende Substanzen verabreicht wurden. 

Anschließend wurde nun geprüft, ob gegen die drei strafmündigen Jugendlichen ein Haftantrag gestellt werden soll. Alle Beteiligten haben nach Angaben der Staatsanwaltschaft einen Migrationshintergrund.

Ermittlungen beschäftigen sich mit Ablauf des Abends

Der Staatsanwaltschaft nach hatten sich die Jugendlichen am Samstagabend in einem Mehrfamilienhaus im Süden von Halle getroffen. „Die Initiative für das Treffen ging von den Geschädigten selbst aus“, sagte Cernota. Sie hätten auch Alkohol besorgt, „der von nahezu sämtlichen Anwesenden in erheblichem Umfang konsumiert worden ist“, so der Oberstaatsanwalt. 

Im Verlauf des Abends sei es dann zu sexuellen Handlungen gekommen, „wobei die genauen Umstände Gegenstand der laufenden Ermittlungen sind“, hieß es. Die Beschuldigten hätten sich zu den Vorwürfen bislang nicht geäußert. Die Aufklärung des Falls werde auch dadurch erschwert, dass die Mädchen Erinnerungslücken hätten, sagte Cernota.