Verdacht auf Betrugssystem: Durchsuchungen in Thüringen
Mehr als 100.000 Anleger könnten betroffen sein: Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen zwei Verdächtige wegen eines mutmaßlichen Betrugssystems mit Powerbank-Investments.
Die Ermittlungen richten sich gegen zwei Männer wegen des Verdachts des gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs. (Symbolbild)Hendrik Schmidt/dpa
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Der Verdacht auf ein großangelegtes Schneeballsystem hat Ermittler zu Durchsuchungen in Mühlhausen und Erfurt veranlasst. Im Visier stehen zwei Männer, die Anleger mit unrealistischen Renditeversprechen für ein Geschäftsmodell rund um Powerbanks angeworben haben sollen, wie die für Wirtschaftsstrafsachen zuständige Staatsanwaltschaft in Mühlhausen mitteilte. Beamte des Thüringer Landeskriminalamts durchsuchten im Auftrag der Staatsanwaltschaft seit den frühen Morgenstunden insgesamt sechs Wohn- und Geschäftsobjekte in beiden Städten.
Die umfangreichen Ermittlungen richteten sich gegen einen 40- und einen 20-Jährigen wegen des Verdachts des gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs. Sie sollen für ein Geschäftsmodell Privatanleger angeworben haben, die Geld in das Aufstellen und Vermieten von Powerbanks investieren sollten. Regelmäßige Gewinne seien unter anderem durch Werbeflächen auf den Akkus und Ladestationen sowie durch den Verkauf gewonnener Daten versprochen worden, hieß es.
Mehr als 100.000 mögliche Geschädigte
Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen soll das Geschäftsmodell jedoch als Schneeballsystem funktioniert haben. Die versprochenen Ausschüttungen an Anleger seien demnach vor allem durch das Kapital neu geworbener Investoren finanziert worden. Beworben worden sei das Angebot unter anderem über soziale Netzwerke sowie bei aufwendigen Marketingveranstaltungen.
Die Ermittler gehen allein in Deutschland von mehr als 100.000 Anlegern und damit potenziell Geschädigten aus. Die Durchsuchungen dienten der Sicherung von Beweismitteln. Die Auswertung dauert den Angaben zufolge an. Weitere Angaben wurden nicht gemacht.