dpa

Verband: AfD-Wahlsieg verstärkt Sorgen bei queeren Menschen

Immer wieder werden queere Menschen in Deutschland offen angegriffen, auch körperlich. Nach dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt könnte es noch schlimmer werden, befürchten Betroffene.

11.09.2026

Queere Menschen werden bereits jetzt aktiv bedroht, sagt der Verband. (Symbolbild)Heiko Rebsch/dpa

Queere Menschen werden bereits jetzt aktiv bedroht, sagt der Verband. (Symbolbild)Heiko Rebsch/dpa

© Heiko Rebsch/dpa

Nach dem AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt droht nach Angaben des Verbands Queere Vielfalt (LSVD+) eine Verschärfung der schwierigen Situation für queere Menschen und anderen marginalisierten Gruppen. „Unsere mühsam errungenen Menschenrechte für LSBTIAQ* werden bereits jetzt nicht nur ständig in Frage gestellt, sondern aktiv bedroht“, teilte Alva Träbert aus dem Bundesvorstand des Vereins mit Sitz in Berlin mit.

LSBTIAQ* steht für lesbisch, schwul, bisexuell, trans, intersexuell, asexuell und queer, das Sternchen als Platzhalter für alle weiteren queeren Identitäten.

Obwohl die Besetzung der Ministerpräsidentschaft noch offen sei, berichteten Menschen aus Sachsen-Anhalt nach Angaben des Verbands bereits von einer deutlich spürbaren Veränderung im gesellschaftlichen Klima. „Menschenfeindliche Positionen sind nicht nur denkbarer geworden, sie werden längst auch offen und unverhohlen unterstützt“, so Träbert.

Betroffene erlebten im Alltag immer häufiger Hass

Viele queere Menschen, Menschen mit Rassismuserfahrungen, Einwanderungsgeschichte oder Behinderung erlebten im Alltag immer mehr Ablehnung und offenen Hass – auch außerhalb Sachsen-Anhalts. „Nicht erst seit Sonntag fragen wir uns: Wo und wie können wir ohne Ausgrenzung, Bedrohung und Verfolgung sicher wir selbst sein?“

Der Verband ruft zum Zusammenhalt der demokratischen Zivilgesellschaft auf. „Es ist an uns allen, eine vielfältige demokratische Gesellschaft zu gestalten und zu verteidigen, füreinander zu sorgen und für unsere Rechte und die unserer Mitmenschen einzustehen.“