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Van Aken weist Antisemitismusvorwürfe gegen Linke zurück

Ex-Linke-Vorsitzender van Aken kontert Vorwürfe gegen seine Partei. Was er an Gründen dahinter vermutet, und warum er auch einen Linke-Bundestagsabgeordneten aus Neukölln verteidigt.

29.09.2026

Der Linke-Bundestagsabgeordnete und frühere Parteichef Jan van Aken findet die aktuelle Kritik an der Linke überzogen. (Archivbild) Michael Bahlo/dpa

Der Linke-Bundestagsabgeordnete und frühere Parteichef Jan van Aken findet die aktuelle Kritik an der Linke überzogen. (Archivbild) Michael Bahlo/dpa

© Michael Bahlo/dpa

Der Linken-Bundestagsabgeordnete und frühere Bundesvorsitzende Jan van Aken hat die Antisemitismusvorwürfe gegen seine Partei scharf zurückgewiesen. „Es ist doch völlig klar, warum jetzt seit zehn Tagen aus allen Rohren geschossen wird“, sagte er in der ARD-Sendung „Maischberger“. „Die CDU, die Immobilienlobby, die Extremreichen, die wollen verhindern, dass die Linke regiert“, erklärte der Linke-Politiker mit Blick auf Berlin, wo die Linke bei der Abgeordnetenhauswahl stärkste Partei geworden war.

„Wir sind alle völlig klar: Antisemitismus wird in dieser Partei nicht geduldet“, sagte van Aken. Er räumte aber ein, dass es „ein paar Leute“ bei der Linke gebe, die Dinge sagten, die er für komplett falsch halte. „Ich finde, die haben auch in dieser Partei nichts zu suchen“, so der Linke-Politiker. „Aber die haben doch in dieser Partei nichts zu sagen, die sind keine Mehrheit, die bestimmen nichts mit, die werden überhaupt mit dieser Regierung nichts zu tun haben.“

Bericht über Kontakte ins Clan-Milieu soll bald kommen

Auch den Neuköllner Linke-Bundestagsabgeordneten Ferat Koçak, nahm van Aken ausdrücklich in Schutz. Koçak war unter anderem unter Druck geraten, weil er in Chatkontakt mit einem Sohn der dem Clan-Milieu zugeordneten Großfamilie Remmo gestanden und ihn um Hilfe bei der Verbreitung eines Videos gebeten hatte, in dem sich der Linke-Abgeordnete kritisch mit dem Begriff Clan-Kriminalität auseinandersetzt. Mehrere Mitglieder dieser Familie wurden wegen zahlreicher Verbrechen und Gewalttaten verurteilt.

„Er hat gesagt, er hat da einen Fehler gemacht, und das finde ich ehrlich gesagt schon mal gut“, betonte van Aken. Koçak habe außerdem vollständige Transparenz zugesichert und gegenüber den Parteivorsitzenden und der Fraktion alles offengelegt. „Wir werden noch in dieser Woche, glaube ich, einen sehr umfassenden Bericht über das bekommen, was da war“, sagte van Aken. 

„Haben Sie schon mal einen Politiker der CDU erlebt, der sagt, ich habe einen Fehler gemacht, ich lege alles offen, der die Leute einlädt und alle Dokumente angucken lässt?“, fragte van Aken. 

Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September lag die Linke mit 25,7 Prozent mit Abstand vorn. Dahinter folgen CDU (18,8 Prozent), AfD (16,3 Prozent), Grüne (14,3 Prozent) und SPD (12,1 Prozent). Die Linke will nun eine Koalition mit Grünen und SPD schmieden und könnte mit ihrer Spitzenkandidatin Co-Fraktionsvorsitzenden Elif Eralp erstmals eine Regierende Bürgermeisterin in Berlin stellen.