dpa

VW Zwickau: Beschäftigte protestieren gegen Schließungspläne

Hunderte Beschäftigte in Zwickau demonstrieren gegen mögliche Werksschließungen. Die IG Metall kündigt Widerstand an und fordert den Erhalt der Arbeitsplätze.

09.07.2026

Beschäftigte von Volkswagen beteiligen sich an einer Informations- und Protestaktion der IG Metall vor dem VW-Werk in Zwickau. Jan Woitas/dpa

Beschäftigte von Volkswagen beteiligen sich an einer Informations- und Protestaktion der IG Metall vor dem VW-Werk in Zwickau. Jan Woitas/dpa

© Jan Woitas/dpa

Hunderte Beschäftigte des VW-Werks in Zwickau haben am Donnerstag vor den Werkstoren für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze und gegen Schließungspläne der Konzernspitze protestiert. „Dieser Standort wird nicht geschlossen, nicht gegen unseren Willen. Wir werden diesen Standort verteidigen“, sagte Thomas Knabel, erster Bevollmächtigter der IG Metall Zwickau, vor den versammelten Beschäftigten. 

Hintergrund sind Sparpläne der Konzernspitze, die am Nachmittag im Rahmen einer Aufsichtsratssitzung in Wolfsburg beraten werden sollten. Die VW-Beschäftigten machten ihrem Ärger und ihren Zukunftssorgen mit lautstarken Sprechchören Luft. An der Protestaktion beteiligten sich auch Beschäftigte der umliegenden VW-Zulieferer sowie Angestellte des Opel-Werks im thüringischen Eisenach. 

Die IG Metall wehrt sich mit bundesweiten Aktionen gegen drohende Werksschließungen und einen weiteren Stellenabbau bei Volkswagen. Medienberichten zufolge droht vier VW-Werken in den nächsten Jahren die Schließung - darunter Zwickau. 

Betriebsrat: „Haben immer geliefert. Jetzt ist Vorstand dran.“

Das Zwickauer Werk wurde als konzernweit erster Standort 2019 vollständig auf die Produktion von Elektroautos umgestellt. Volkswagen hatte dafür nach eigenen Angaben 1,2 Milliarden Euro investiert. Aktuell sind in Zwickau etwa 8.000 Menschen beschäftigt. 

Das Werk ist - wie viele VW-Standorte - nicht ausgelastet. Die Beschäftigten hatten bereits eine Reduktion der Produktion in Kauf nehmen müssen. Inzwischen werden in Zwickau nur noch in zwei statt früher drei Schichten Autos gebaut. In den kommenden Jahren muss das Werk zudem mehrere Modelle an andere Standorte abgeben. 

„Wir als Belegschaften haben immer geliefert und jetzt liegt es an den Vorständen“, sagte Mike Rösler, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender des Zwickauer VW-Werks. „Die müssen endlich liefern, die sollen ihre Zusagen einhalten und ihre Produkte an die Standorte bringen.“

Die Region Südwestsachsen habe in 120 Jahren Automobilbaugeschichte dazu beigetragen, Volkswagen zu dem zu machen, was es heute ist, sagte Max Jankowsky, Präsident der Industrie- und Handelskammer Chemnitz. „Wir brauchen Klarheit – hier geht es um Zukunftsängste, hier geht es um Zulieferer, die Antworten brauchen.“