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VW-Werk Zwickau - Kretschmer wirbt für Plan B

Für das VW-Werk in Zwickau ist die Zukunft ungewiss. Ministerpräsident Kretschmer hat deswegen einen Plan B entwickelt. Doch ziehen Volkswagen sowie Gewerkschaft und Betriebsrat mit?

26.10.2026

Das Zwickauer Volkswagen-Werk steht vor einer ungewissen Zukunft. Gibt es Alternativen? Jan Woitas/dpa

Das Zwickauer Volkswagen-Werk steht vor einer ungewissen Zukunft. Gibt es Alternativen? Jan Woitas/dpa

© Jan Woitas/dpa

Im Ringen um die Zukunft des Zwickauer VW-Werkes wächst der Druck auf Gewerkschaft und Betriebsrat zu Zugeständnissen. „Es reicht nicht sich vor ein Werkstor zu stellen und zu demonstrieren“, sagte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) bei einem Gespräch mit Vertretern der Automobilbranche in Zwickau. Die zentrale Frage sei, wie die Autofabrik wettbewerbsfähiger werden könne. „Wir müssen raus aus dem jetzigen tariflichen Rahmen.“ Dazu gehörten flexiblere Arbeitszeiten.

Die Zukunft des Standortes nach 2031 ist ungewiss. Hintergrund sind massive Überkapazitäten von Volkswagen an seinen deutschen Standorten. Als Plan B hat Kretschmer vorgeschlagen, für die Autofabrik eine neue Gesellschaft zu gründen – die Autounion Sachsen GmbH. Neben Volkswagen selbst soll die Fabrik auf diese Weise für weitere Investoren geöffnet werden. Dazu müsse sie aber konkurrenzfähiger im Vergleich zu anderen Produktionsstätten etwa in Osteuropa werden, heißt es. Dabei wird etwa das VW-Werk im slowakischen Bratislava genannt. 

Finden sich weitere Investoren für Zwickauer Autofabrik?

Dirk Vogel vom Automobilzulieferer-Netzwerk AMZ sprach von einer guten Vision. Allerdings müssten weitere Investoren gefunden werden. Das Modell könne interessant für andere Hersteller sein, die Produktionskapazitäten in Europa suchen, aber kein ganzes Werk auslasten können. Die Branche verweist etwa auf die Chipindustrie, wo es bereits Ähnliches gebe. So entsteht in Dresden eine neue Fabrik als Gemeinschaftswerk mehrerer Halbleiterhersteller. 

Im Zwickauer VW-Werk werden E-Autos mehrerer Marken produziert. Jan Woitas/dpa

Im Zwickauer VW-Werk werden E-Autos mehrerer Marken produziert. Jan Woitas/dpa

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Auch in Zwickau könnten künftig verschiedene Unternehmen gemeinsam das Werk von VW auslasten. Allerdings brauche es vorerst weiterhin Volkswagen als Schlüsselinvestor, heißt es. Branchenvertreter verwiesen darauf, dass dort heute schon für verschiedene Marken des Konzerns produziert werde - nicht nur komplette Autos, sondern auch Karosserien für Bentley und Lamborghini.

Treffen mit Arbeitnehmervertretern geplant 

Für geringere Produktionskosten seien Zugeständnisse der Arbeitnehmerseite unabdingbar, betonten mehrere Branchenvertreter bei der Gesprächsrunde mit Kretschmer. Die IG Metall hat längere Arbeitszeiten und geringere Löhne jüngst abgelehnt. Sie verweist auf die Tarifautonomie, in die sich die Politik nicht einmischen dürfe. „Ein Konzept dieser Tragweite darf nicht an den Interessenvertretungen der Belegschaft vorbei entwickelt werden“, hatte der Betriebsratsvorsitzende des Zwickauer VW-Werkes, Mario Albert, klargestellt. 

Nach dem Austausch mit Vertretern der Autobranche will sich Kretschmer laut Staatskanzlei zeitnah mit Gewerkschaft und Betriebsrat treffen, um für sein Konzept zu werben. Wichtig sei, dass die Arbeitnehmer für Zugeständnisse etwas erhalten, betonte er. Dazu nannte der CDU-Politiker eine vernünftige Auslastung des Fahrzeugwerkes sowie eine zehnjährige Garantie für den Standort.