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VW-Werk Zwickau: Gewerkschaft pocht auf Tarifautonomie

Eine neue Firma soll das VW-Werk Zwickau retten, schlägt Ministerpräsident Kretschmer vor. Weniger Lohn oder längere Arbeitszeiten lehnt die IG Metall aber ab.

22.10.2026

Die IG Metall begrüßt das Engagement der sächsischen Regierung zum Erhalt des Zwickauer VW-Standortes, lehnt eine Einmischung der Politik in die Tarifautonomie aber strikt ab. (Archivbild)Bodo Schackow/dpa

Die IG Metall begrüßt das Engagement der sächsischen Regierung zum Erhalt des Zwickauer VW-Standortes, lehnt eine Einmischung der Politik in die Tarifautonomie aber strikt ab. (Archivbild)Bodo Schackow/dpa

© Bodo Schackow/dpa

Die Pläne des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) zur Rettung des VW-Werkes in Zwickau finden Widerhall. Die IG Metall begrüßte Kretschmers Engagement grundsätzlich. Zugleich lehnte sie jegliche Einmischung der Politik in die Tarifautonomie ab. „Die IG Metall unterstützt alles, was den Beschäftigten in Zwickau, Chemnitz und Dresden gute Arbeit sichert und eine langfristige Perspektive an ihren Heimatstandorten verschafft“, sagte der für Berlin, Brandenburg und Sachsen zuständige Bezirksleiter Jan Otto.

Kretschmer sieht in Senkung der Produktionskosten eine Chance 

Kretschmer hatte am Mittwoch vorgeschlagen, zum Erhalt von Volkswagen in Zwickau eine neue Gesellschaft zu gründen – die AutoUnion Sachsen GmbH mit VW und Partnern als Gesellschafter. Dafür brachte er auch ein neues Arbeitszeitmodell beziehungsweise geringere Vergütung ins Spiel. Das müsse aber von den Tarifpartnern ausgehandelt werden. 

Kretschmer zufolge geht es darum, die Produktionskosten zu senken und damit wieder wettbewerbsfähig zu werden. VW hatte aufgrund von Überkapazitäten weltweit einen Personalabbau angekündigt; die Produktion in Zwickau soll 2031 auslaufen.

IG Metall lehnt längere Arbeitszeiten und geringere Löhne ab 

„Es ist gut und wichtig, dass die sächsische Landesregierung sich aktiv in die Anstrengungen zur Sicherung der Beschäftigung in den VW-Werken einbringt. Die IG Metall ist offen für alle Gespräche, die diesem Ziel dienen. Dabei muss es vor allem um eine bessere Auslastung an den Standorten gehen“, betonte Otto.

Längere Arbeitszeiten und eine „Lohndrückerei“ seien dafür das völlig falsche Instrument. Sie würden keine Probleme lösen, sondern auf den entschiedenen Widerstand der Beschäftigten, der Betriebsräte und der IG Metall stoßen. Jegliche Einmischung in die Tarifautonomie lehne man entschieden ab.