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„Unfassbar bitter“: Hannover verpasst Sprung auf Platz zwei

Hannover träumt von der Bundesliga-Rückkehr nach sieben Jahren. Die vermeintliche Pflichtaufgabe gegen Schlusslicht Münster wird aber zur großen Enttäuschung.

03.05.2026

Große Enttäuschung nach dem Schlusspfiff in Hannover.Swen Pförtner/dpa

Große Enttäuschung nach dem Schlusspfiff in Hannover.Swen Pförtner/dpa

© Swen Pförtner/dpa

Hannover 96 hat im Aufstiegsrennen der 2. Fußball-Bundesliga eine große Chance vertan. Gegen Schlusslicht Preußen Münster spielten die Niedersachsen im eigenen Stadion nach einer wilden Partie nur 3:3 (2:2). Der Ausgleich für die Gäste fiel erst in der Nachspielzeit durch einen 25-Meter-Kracher. Der Tabellendritte Hannover verpasste es dadurch, vor den letzten beiden Spieltagen auf einen direkten Aufstiegsplatz zu springen. Den Weg dorthin hatte die SV Elversberg durch das 5:1 gegen den bisherigen Tabellenzweiten SC Paderborn freigemacht.

„Das ist unfassbar bitter“, sagte 96-Kapitän Enzo Leopold. „Wir sind weiter auf Platz drei. Aber das fühlt sich eher nach zwei verlorenen Punkten als nach einem gewonnenen Punkt an.“

Titz: „Tabellarisch ist nichts verloren“

Vor 49.000 Zuschauern in der Heinz von Heiden Arena führte Münster durch Tore von Imad Rondic (25.) und Shin Yamada (39.) sogar schon mit 2:0. Doch Mustapha Bundu (45.+1/45.+4) schoss in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit noch zwei sehenswerte Tore. Nach der Pause vergab Münster mehrere Großchancen, ehe der eingewechselte Isländer Stefan Teitur Thordarson (85.) zum umjubelten 3:2 für Hannover traf. Die letzte Antwort hatte jedoch Münsters Jorrit Hendrix in der Nachspielzeit (90.+3) per Direktabnahme.

„Wir werden uns ärgern, dann schütteln und dann in das nächste Spiel reingehen“, sagte Trainer Christian Titz bei Sky trotzig. „Tabellarisch ist nichts verloren. Es sind noch zwei Spiele. Und ich weiß, wie verrückt die letzten beiden Spieltage werden können.“ Die beiden letzten Gegner der regulären Saison sind der VfL Bochum und der 1. FC Nürnberg.

Wie groß die Sehnsucht nach Erstliga-Fußball in Hannover ist, zeigten allein die Rahmenbedingungen. Bereits zum achten Mal in dieser Saison war das Stadion ausverkauft. Die Fans sangen schon mehr als eine halbe Stunde vor dem Anpfiff lautstark.

Münster hat die besseren Chancen

Die vermeintliche Pflichtaufgabe geriet jedoch zu einer sportlichen Herausforderung. Hannover war von Beginn an dominant, schaffte es aber zu selten, aus vielversprechenden Angriffen auch klare Torchancen zu kreieren.

Münster dagegen wehrte sich hartnäckig und ließ mehrere klare Gelegenheiten aus: In der 44. Minute verpasste Haralambos Makridis das 3:0. In der 52. Minute vergab Yassine Bouchama die Großchance zum 3:2. In der 79. Minute musste Hannovers Thordarson nach einem Kopfball von Rondic sogar auf der eigenen Torlinie retten.

Diese Chancenverwertung drohte sich am Ende für den fast sicheren Absteiger zu rächen. Denn selbst nach dem 2:3 vergaben Oscar Vilhelmsson (87.) und Tobias Raschl (90.+1) per Lattenschuss noch zwei Möglichkeiten. Das späte 3:3 war bitter für Hannover, aber für Münster hochverdient.

Münsters Verteidiger Niko Koulis (l) foult Hannovers Daisuke Yokota.Swen Pförtner/dpa

Münsters Verteidiger Niko Koulis (l) foult Hannovers Daisuke Yokota.Swen Pförtner/dpa

© Swen Pförtner/dpa

Hannovers Doppel-Torschütze Mustapha Bundu.Swen Pförtner/dpa

Hannovers Doppel-Torschütze Mustapha Bundu.Swen Pförtner/dpa

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Im Zweikampf: Shin Yamada von Preußen Münster (l) und Hannovers Boris Tomiak.Swen Pförtner/dpa

Im Zweikampf: Shin Yamada von Preußen Münster (l) und Hannovers Boris Tomiak.Swen Pförtner/dpa

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