Unfall von Kreuzfahrtschiff: Polizei ermittelt gegen Kapitän
Eine Windböe sorgt beim Auslaufen der „Mein Schiff 3“ für eine folgenschwere Kollision mit zwei Containerschiffen. Nun prüft die Polizei das Verhalten des Kreuzfahrtschiff-Kapitäns.
Am Morgen ankert die „Mein Schiff 3“ wieder am Kreuzfahrterminal.Sina Schuldt/dpa
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Nach dem Schiffsunfall in Bremerhaven ermittelt die Polizei gegen den Kapitän des Tui-Kreuzfahrtschiffes „Mein Schiff 3“. Es sei ein Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen ihn eingeleitet worden, teilte eine Polizeisprecherin mit. „Es wird geprüft, ob er gegen die Sorgfaltspflicht verstoßen hat.“ Weitere Angaben, etwa worauf genau sich der mögliche Sorgfaltspflicht-Verstoß bezieht, machte die Polizei zunächst nicht. Zuvor hatte der Sender RTL berichtet.
Am späten Sonntagabend waren bei dem Zusammenstoß insgesamt drei Schiffe im Hafen beschädigt worden. Auslöser für den Unfall war nach Angaben der Polizei eine Windböe. Demnach wurde die „Mein Schiff 3“ beim Auslaufen am Sonntagabend von Schleppern unterstützt, als die Böe sie erfasste. Das Schiff sei daraufhin auf zwei Containerschiffe zugetrieben, die am Containerterminal Stromkaje ankerten.
Polizei geht von Millionenschaden aus
Die Polizei schätzt den entstandenen Sachschaden auf eine Millionensumme. An dem kleineren Containerschiff entstand ein leichter Schaden, bei dem größeren ein erheblicher. Auch das Tui-Schiff wurde erheblich beschädigt. Auf Bildern waren Schäden an Rettungsbooten und der Brücke zu sehen.
Dem RTL-Bericht zufolge hatten Ermittler noch in der Nacht zum Montag mit den Schiffsführern auf allen drei Schiffen gesprochen.
Die Reise des Kreuzfahrtschiffes ist inzwischen abgesagt worden. Zum Unfallzeitpunkt waren nach Angaben der Reederei 2.428 Gäste und 922 Crewmitglieder an Bord. Der Ozeanriese soll nach Angaben der Reederei Tui Cruises für Reparaturarbeiten in eine Werft. Ursprünglich sollte das nahezu voll besetzte Schiff am Sonntagabend zu den Kanaren aufbrechen.